Ähnlich wie es dir mit deiner besten Freundin / dem besten Freund ergeht, so fühlt sich wahrscheinlich auch der Ginseng mit seinem im Wirkstoff ähnlichen Partner Jiaogulan. Sie sind nicht verwandt und trotzdem tragen sie fast die gleichen Inhaltsstoffe in sich, nur dass einer von beiden noch erfolgreicher in seiner Wirkung ist als der andere. Dem erfolgreicheren Kandidaten will ich in diesem Artikel meine Aufmerksamkeit schenken und dich mit seinen positiven Eigenschaften beeindrucken.

„Dschi – au – gu – lan“ – klingt unsterblich gut

Während Ginseng als Allheilmittel seit Jahrtausenden bekannt ist, übertrumpft ihn der sogenannte Jiaogulan mit der zurecht erteilten Umschreibung als Kraut der Unsterblichkeit.

Wie der außergewöhnliche Name schon vermuten lässt (gesprochen Dschi – au – gu – lan), ist das Kraut im gesamten asiatischen Raum heimisch. China, als größter Teeimporteur, sticht hier besonders heraus. Bereits 1400 n. Chr. wurde von diesem Heilmittel berichtet und bis 1970 war es nichts mehr als ein Kraut der Volksmedizin. Nach der chinesischen Volkszählung wurden Forscher allerdings aufmerksam und kamen zu dem Entschluss, dass die überdurchschnittlich lange Lebensdauer von Bewohnern der Provinz Guizhou durch den regelmäßigen Konsum von Jiaogulan bedingt sein muss. Andere Einflussaktoren wie das Klima und die Genetik waren ausgeschlossen. Die Wissenschaft war also fleißig und konnte schließlich eine Reihe von gesundheitsfördernden und belebenden Stoffen in der Pflanze bestätigen. Auf der internationalen Konferenz für TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) 1991 in Peking, wurde Jiaogulan als eines von DEN 10 wertvollsten Kräutern eingestuft. Somit gab es verständlicherweise in den letzten Jahren immer mehr Zuneigung, auch von Seiten der USA und Europa.

Huldigungen für Jiaogulan

Den Hintergrund für diese Lobpreisungen beschreiben die Gypenoside und weitere wertvolle Inhaltsstoffe, welche sich erst im Körper zu den sogenannten Saponinen umwandeln. Die sowohl im Ginseng, als auch im Jiaogulan enthaltenen Saponine, welche beim chemischen Aufbau von menschlichen Steroidhormonen beteiligt sind. Sie sind unverzichtbar bei der Regulierung verschiedener Körperfunktionen und somit die Erklärung für die Wirkungsweise der Stoffe auf deinen Körper und das sich einstellende Hormongleichgewicht. Besonders die Jiaogulanpflanze, bei der der Anteil von Gypenosiden deutlich konzentrierter vorliegt, ist berühmt für ihre adaptive Wirkung, negative Einflüsse aus der Umwelt werden schneller normalisiert und abgefangen. Diese ausgleichende Wirkung (Adaptogen) ist der Grund dafür, dass sich die Heilpflanze immer genau deinen Bedürfnissen anpasst, ganz ohne Nebenwirkungen.

Kurz um: Alles was zu viel ist wird reduziert und das Fehlende angeregt. Auch kommt es zu einer hohen Ausschüttung körpereigener Radikalfänger, was den Antioxidantien in der Pflanze zugrunde liegt. Weitere wichtige Bestandteile vom Jiaogulan sind Flavonoide, Vitamine, Aminosäuren und für den Körper essentielle Spurenelemente und Mineralien. Der Jiaogulan ist bereits soweit erforscht, dass ihm folgende Wirkungen zugeschrieben werden können:

  • cholesterinspiegelsenkend
  • immunstimmulierend
  • antioxidativ
  • kreislaufstärkend
  • antikanzerogen (hilft Krebs vorzubeugen)
  • entzündungshemmend




Kein Stress dank Jiaogulan

Besonders interessant wird es jetzt für die Morgenmuffel und all diejenigen, die noch in ihrer Winterdepression stecken. Eine besonders praktische Wirkung hat die Pflanze auf unsere Stressbewältigung und den (manchmal ausbleibenden) Energieschub. Du kannst dich nach dem Konsum besser an Stresssituationen anpassen und die Müdigkeit verfliegt ebenso schnell – ein praktischer Nebeneffekt für Sportbegeisterte. Dieser Effekt kann ebenso der Grund für die Verwendung des Jiaogulan als Anti-Aging-Kraut sein.

Deine Entzückung ist verständlich, kommen wir also nun zu einem äußerst wichtigen Teil. Wie komm ich an dieses Kraut heran? Gibt es bestimmte Zubereitungsmöglichkeiten?

Wie nicht anders von dem Kraut der Unsterblichkeit zu erwarten, ist die Kletterpflanze äußerst wuchsfreudig, mehrjährig und winterhart. Sie stammt aus der Familie der Kürbisgewächse, die eine enorme Größe von bis zu 8 Metern aufweisen können, ja nach Umweltbedingungen. Im Winter sterben die oberen Blätter ab, die Knolle überwintert unter der Erde. Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen zu sehen, spriesst das gesunde Grün wieder aus. Kennzeichnend sind die 4-9 (meistens aber nur 5) grünen Blätter, wobei die unteren meistens kleiner sind. Wird die Pflanze im Haus gehalten, ist sie ein immergrüner Begleiter durch die kalten Tage. In der Blütezeit von Juli bis August bilden sich kleine, grün-weiße Blüten aus. Zum bestäuben braucht es allerdings eine männliche und eine weibliche Pflanze. Zu viel Sonne mag der Jiaogulan allerdings nicht, auch keine trockene Heizungsluft. Ein immer feuchter Boden ist dagegen perfekt.

Die frischen Blätter schmecken hervorragend in Salaten, Smoothies oder einfach auf dem Brot. Der Geschmack ist leicht süß, leicht bitter und eine Wohltat für den Gaumen. Für die Zubereitung eines Tees einfach die Blätter mit heißem Wasser übergießen und 3 Minuten ziehen lassen, ein Stück Ingwer dazu und der Tag ist gerettet.

Keinen grünen Daumen? Na und! Selbstverständlich gibt es das Kraut schon getrocknet in fertigen Teemischungen. Qualitativ hochwertige Produkte sollten nur die getrockneten Blätter ohne die Stängel beinhalten.

„Dagegen ist kein Kraut gewachsen“ – und wir sagen doch, probier es aus!

Für die fleissigen Gärtnerinnen und Gärtner unter uns, empfehlen wir dieses Jiaogulan Kräuter-Set aus nachhaltigem Anbau. Wer weder Zeit, Möglichkeit oder Lust zum Gärtnern hat, kann sich diesem Jiaogulan aus reiner Wildsammlung frei von Pestiziden widmen.
 

Bildnachweis: Fotolia – #33239210 | Urheber: womue


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