Blutholz

(Haematoxylon)

Gattung der Familie Cäsalpineen, mit kurzer, napfförmiger, bleibender Kelchröhre und 5teiligem, abfälligem Kelchsaume, hat eine fünfblätterige, ziemlich gleiche, ausgebreitete Blüte, auf welche eine zusammengedrückte, einfächerige, 2-3 samige Hülse folgt, die beiderseits längs der Mitte der Klappen aufreißt.



Westindisches Blutholz

(H. campechianum)

Ist ein 6-15m hoher Baum, dessen meist krummer Stamm eine runde, schwarzbraune Rinde hat, während seine Äste einen dichten Wipfel bilden. Die gleichhaarig-gefiederten und aus 2-4 Paaren gegenständiger Blättchen bestehenden Blätter sind fast verkehrt-herzförmig, etwas lederig, parallel-fiedernervig und oberseits glänzend. Die kurzgestielten, winkelständigen, vielblütige Trauben bildenden Blüten haben längliche, anfangs purpurrote, dann gelbe Kelchzipfel, die hierauf folgende lineallanzettliche Hülse ist an beiden Enden verschmälert und graubräunlich. Der Baum ist in Mexiko, zumal an der Campechebai, heimisch und wird auf den übrigen westindischen Inseln kultiviert.

Das Kernholz des Stammes ist das verkäufliche Blauholz, Blutholz oder Campecheholz, das in großen schwärzlich oder dunkelbraunroten Scheiten nach Europa kommt, im Handel jedoch nur in geraspeltem Zustande vorkommt, in welchem es braunrote gröbere oder feinere Splitter bildet, die zum Teil einen grüngelben, metallisch schimmernden Anflug zeigen, einen eigentümlichen schwachen Geruch, einen süsslichen,
Hintennach zusammenziehenden, kaum bitterlichen Geschmack besitzen und als Hauptbestandteil einen eigentümlichen, färbenden Extraktivstoff, das Blauholzrot, Hämatin oder Hämatoxylin enthalten.



Anwendung

Das Holz wird als adstringierendes Heilmittel bei Ruhren, gewöhnlichem Durchfall, Nachtschweiß, chronischem Schleim und Blutflüssen in Aufguss, Abkochung oder als Extrakt verordnet.

Beim Blut oder Blauholzgebrauch färbt sich der Urin rot. Seine Hauptverwendung findet das Holz heutzutage in den Färbereien, woselbst es zum Rot-, Schwarz- und Violettfärben verwendet wird.

Bildnachweis: By Fpalli (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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