Fenchel
(Föniculum)

Gattung der Familie Doldenträger, mit angeschwollenem, verwischtem Kelchrande, rundlichen, ganzen, eingerollten, in ein fast 4eckiges, gestütztes Läppchen endenden Blumenblättern, und stielrunder, im Umrisse lineal-länglicher, von dem gewölbt-kegeligen Griffelpolster und den kurzen, zurückgekämmten Griffeln gekrönter Frucht.

Gebräuchlicher Fenchel

(F. officinale)

Gemeiner Fenchel, hat einen 1 – 2 Meter hohen, dunkel-grün und weiß gestreiften, nebst den Blattstielen und Dolden hochblau bereiften Stengel, dessen untere Blätter gestielt sind, während die oberen, auf ihren langen randhäutigen scheidensitzenden Blätter weniger zusammengesetzt sind und dafür längere Zipfel haben. Die großen gipfelständigen Dolden sind 13- dis 20 strahlig und haben gelbe Blumen.

Wächst auf sonnigen, steinigen Anhöhen im südlichen Europa wild und wird daselbst wie im übrigen Europa als Gewürzpflanze in Gärten gezogen. Er blüht vom Juni bis August.

Die Halbfrüchte – der Fenchelsamen – sind gebräuchlich, dieselben sind nicht völlig halb stielrund, graubraun, zuweilen in’s grünliche spielend, mit länglicher Fugenseite versehen, deren breite Ränder blass-strohgelb sind, dabei haben sie stark vorspringende, gelbliche oder hellbräunliche Riefen. Sie besitzen einen angenehmen, gewürzhaften, anisähnlichen Geruch und Geschmack und enthalten als wirksamen Bestandteil ätherisches Öl.



Anwendung

Der Fenchelsame besitzt eine ganz dem Anis ähnliche, jedoch etwas minder reizende Wirkung und wird auch in denselben Füllen wie dieser, besonders aber gegen Verdauungsbeschwerden bei Kindern und zur Beförderung der Milchabsonderung in folgender Form:
Je 2 g Fenchelsamen, weißer Zucker, und das Gelbe von Pomeranzenschalen, 8 g weiße Magnesia gepulvert, täglich 3 mal 1 Teelöffel voll, angewendet. Es werden das Pulver, für Aufguss, das ätherische Öl, das destillierte Wasser und der Ölzucker, dieser jedoch seltener, verordnet. Das Öl, unter Schweinefett gemischt, vertreibt die Kopfläuse.

In der Tierheilkunde wird der Fenchel in den gleichen Fällen angewendet, wie der Anis, dem er in seinen Bestandteilen und Wirkungen ähnlich ist, verdient aber, da er viel wohlfeiler, den Vorrang vor diesem.

Bildnachweis: By Taken by Carsten Niehaus (user:Lumbar). (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Ähnliche Einträge

Das könnte Dich auch interessieren: