Garbe

(Achillea)

Gattung der Familie Vereinblütler mit fast glockiger, eiförmiger, oder fast walziger, dachiger Hülle, meistens gestrahlten Köpfchen, und weiblichen, zungenförmigen Randblüten, die einen breiten, meist verkürzten, rundlichen Samen haben.

Gemeine Garbe

(A. millefolium)

Feldgarbe, Schafrippe, hat aufrechte, oder am Grunde aufsteigende Stengel, die stielrund, gerillt, einfach, seltener etwas astig und nebst den Blättern und Hüllen der Köpfchen fast kahl bis wollig zottig sind. Die gestielten Wurzelblätter haben am Grunde häutig-verbreiterte Blattstiele, während die Stengelblätter sitzend, halbstengel-umfassend, alle aber, je nach der schwächeren oder stärkeren Behaarung dunkelgrün bis graugrün sind. Der Ebenstrauß ist sehr gedrungen.

Wächst auf unbebauten Stellen durch ganz Europa und blüht vom Juni bis in den Herbst, manchmal bis in den Winter hinein.

Zum Arzneigebrauch werden die getrockneten Blütenköpfe oder vielmehr die ganzen Ebensträuße — Schafgarbenblumen und die Blätter Schafgarbenblätter — verwendet. Die ersteren haben einen stark gewürzhaften, herb-bitterlichen Geschmack. Der Geruch und der Geschmack der Blätter sind ähnlich, aber weit weniger gewürzhaft. Sie enthalten als wirksame Bestandteile ätherisches Öl, bitteren Auszugstoff und eisengrünenden Gerbstoff.



Anwendung

Blumen und Kraut wirken stärkend auf die Unterleibsorgane, die Schleimhäute, und auf die ersteren zugleich erregend und krampfstillend. Sie werden im Aufguss als magen- und nervenstärkendes Mittel vorzüglich bei Schwäche der Verdauungsorgane, bei Verschleimung derselben, wo der Lungen, und überhaupt in Krämpfen, Schleimflüssen, bei untätigen Blutflüssen, ferner bei unterdrückter Menstruation aus Schwäche, selbst bei leichten Wechselfiebern, im Aufguss und Abkochung, jedoch häufig in Verbindung mit anderen Mitteln angewendet.

In der Homöopathie wird die aus dem Saft der frischen blühenden Pflanze bereitete Tinktur als ein wirksames Mittel gegen Blutharnen und Blutspeien empfohlen. Man gibt 1 – 2 Tropfen der 1. Verdünnung oder der reinen Tinktur und wiederholt nach Umständen die Gabe alle 2, 4, 6, 8 Stunden.

In der Tierheilkunde wendet man die Schafgarbe bei Krampfkoliken, Durchfällen u. dgl. an; auch wird sie gegen plötzliche Abnahme der Milch bei Kühen, wenn diese durch keine andere Krankheit bedingt ist, empfohlen.
Aufgüsse benutzt man zum Bähen unreiner Geschwüre und zu Einspritzungen, zu Waschungen bei Quetschungen und Blutergüssen in das Unterhautbindegewebe.

Schafgarbe in der Frauenheilkunde

Siehe: Frauenkräuter – Schafgarbe

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