Haarstrang

(Peucedanum)

Gattung der Familie Doldenträger, mit 5zähnigem oder verwischtem Kelchrande, verkehrt-eirunden, in ein einwärts gebogenes Läppchen verschmälerten, ausgerandeten oder beinahe ganzen Blumenblättern.

Meisterwurz-Haarstrang

(P. ostruthium)

gemeine Meisterwurz, ächte Meisterwurz, hat einen kurzen, dicken, abgebissenen, geringelten Wurzelstock, der mehrere stark bezaserte, später verlängerte und kriechende Wurzelköpfe treibt. Der 45-60 cm hoch werdende Stengel hat Blätter, die am Rande zuweilen schärflich sind. Die großen, bis 50strahligen Dolden haben fast verkehrt-herzförmige, weiße oder rötliche Blumenblätter. Wächst auf Alpen und anderen höheren Gebirgen des südlichen und mittleren Europa, blüht im Juni und Juli; im Frühjahr oder Spätherbst werden die Haupt- und Nebenwurzelstöcke eingesammelt, getrocknet, und in den Handel gebracht. Der getrocknete Wurzelstock ist die weiße Meisterwurz oder Kaiferwurzel der Apotheken, die von ihren Zasern befreit, in fingersdicken, auch dünneren oder dickeren, und 9-18 cm langen, mehr oder weniger zusammengedrückten Stücken vorkommt. Sie besitzen einen gewürzhaften, lang anhaltenden, speichelerregenden Geschmack und enthalten ein ätherisches Öl.



Anwendung

Die weiße Meisterwurzel, welche heute noch von manchen abergläubischen Personen um gutes Geld gekauft wird, um sich und ihr Vieh vor Zauberei zu bewahren, was natürlich meist Unsinn ist, und nur für den Apotheker Vorteil bringt, wird von den Ärzten nur noch selten verordnet; sie gehört zu den stärkeren Reizmitteln, die stark erregend auf den Darmkanal, auf die Schleimhaut der Lungen, auf das Lymphgefäßsystem, sowie auf die Nerven wirkt.

In der Tierheilkunde kann sie die Stelle der Engelwurzel und des Kalmus vertreten. Man gibt sie für Pferde und Rinder von 15-30g , für Schafe von 4-12g, für Hunde von 0,5 – 2g in Form und Verbindung, wie bei der Engelwurzel.

Bildnachweis: By H. Zell (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons



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