Kosobaum

(Hagenia)

Gattung der Familie Rosenblütler mit nicht großen, 2-deckblättrigen Blüten und einem mit 8 oder 10 2-reihig gestellten, häutigen, netzadrigen Zipfeln ausgestattetem Kelche, von welchen in der männlichen Blüte die der inneren Reihe, in der weiblichen Blüte die der äußeren Reihe die längeren und größeren sind. Der Unterkelch ist kreiselförmig, kantig, zottig und die Kelchzipfel sind nach dein Aufblühen zurückgeschlagen, während die 4 – 5 lanzettlichen Blumenblätter klein sind.

Echter Kosobaum

(H. abyssinica)

Kosobaum, Kosobaum, ist ein hoher Baum der abessynischen Hochebene, mit sehr glatter, weißer, mit braunen Streifen versehener Rinde, paarig genähert stehenden, unpaarig und unterbrochen fiederteiligen Blättern und einer 1 ½ cm bis spannenlangen Trugrispe. Die Trug- rispen mit weiblichen Blüten kommen als Kuso, Kosa in Handel, deren vorherrschender Bestandteil ein harzartiger Stoff – Kusin – ist.



Anwendung

Die von den Stielen befreiten Blüten werden in Abessnnien seit undenklichen Zeiten als Bandwurmmittel benutzt und geschätzt, doch haben sich diese Blüten bei uns nicht immer als unfehlbar erwiesen, da häufig die Beseitigung des Tänientopfes nicht erfolgt.
Man wird daher sehr wohl daran tun, jede Bandwurmkur mit der Granatwurzelrinde zu beginnen und da, wo sie nicht ausreicht, zum Kuso seine Zuflucht zu nehmen.
Man gibt das Pulver der Blumen zu 15 – 30 g mit 300 g lauwarmem Wasser gemischt und lässt es während 15 Minuten darin auflösen.
Morgens nüchtern, nimmt der Kranke, wohl umgerüttelt, schluckweiss in kurzen Zwischenräumen, die ganze Portion zugleich mit etwas Zitronensaft.
Wenn einige Stunden später noch keine Öffnung erfolgt ist, so gibt man gewöhnlich ein aus Rizinusöl bestehendes Abführmittel.
Am meisten üblich ist folgende Methode der Anwendung: Nachdem man abends zuvor einen start gezwiebelten Heringssalat zur Aufregung des Bandwurmes zu sich genommen, trinkt man am Morgen 1 – 2 Tassen recht starken, mit viel Zucker versüßten Kaffee und nimmt eine Stunde darauf die Hälfte einer frisch zubereiteten Mischung ans 15-20 g Kusopulver mit 250 g Zuckerwasser und ¼ Stunde später die andere Hälfte der Mischung, worauf sich der Kranke ganz ruhig verhält und nur wenn Brechreiz und Übelkeit auftritt, einige Pfefferminztropfen nimmt. Nach 3-4 Stunden tritt in der Regel eine starke Entleerung durch den After ein. Bleibt solche aus, so nimmt man einen Löffel voll Rizinusöl.



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