Löwenzahn / Pfaffenröhrlein

(Taraxcum)

Gattung der zur Familie der Vereinblütler gehörenden Unterfamilie Cichoriengewächse, mit doppelter Hülle, von welcher die äußere aus dachigen, angedrückten, abstehenden, oder zurückgeschlagenen Blättchen gebildet ist, während die innere aus einer Reihe von aufrechten, gleich hohen Blättchen besteht. Die Köpfchen sind vielblütig, die Blüten zwitterig und zungenförmig und das Blütenlager nackt.

Gebräuchliches Pfaffenröhrlein

(T. officinale)

Löwenzahn, Pfaffenstiel, Röhrleinkraut, hat eine walzig spindelige, wenig astige, 15 – 25 cm lange, oben finger- bis daumendicke, im Alter mehrköpfige, außen blass braune, innen weiße, mit einem gelblichen Kerne versehene Wurzel, die, wie die übrigen Teile der Pflanze, milchend ist. Die Blätter, welche bald fast kahl, bald unterseits am Mittelnerven flaumig rau bis schwach wollhaarig sind, verändern sich in ihrer Gestalt sehr, indem sie von den tief fiederspaltig schrotsägeförmigen, mit schmalen, geschlitzten Zipfeln alle Übergänge bis zu den kurz gezähnten und ganz randigen zeigen und ferner in der Länge von 3 bis 3 ½ und 4 ½ cm vorkommen. Die 30 cm und höheren Schäfte sind mehr oder weniger wollig und selten ganz kahl. Die Köpfchen haben 1 ½ – 2 cm im Durchmesser. Die Blumen sind dunkler oder heller gelb, die äußeren unterseits meist braun grünlich. Die Hülle ist bei der Fruchtreife ganz zurückgeschlagen und legt so die, mit ihren Fruchtkronen eine weißliche Kugel bildenden, Früchte bloß. Wächst aus feuchten und trockenen Wiesen, auf Triften auf bebautem und unbebautem Lande, auf den verschiedensten Boden von der Meeresküste bis zu den Alpen hinauf, in ganz Europa und blüht vom Mai bis in den Herbst.
Zum Arzneigebrauch dienen die Löwenzahnwurzel und die frischen Blätter – das Löwenzahnkraut – welche beide im ersten Frühlinge vor der Blütezeit und von Standorten mit gutem, fruchtbarem Boden gesammelt werden sollen, wo die Wurzeln auch im frischen Zustande einen mehr süßlichen, nur wenig bitteren Geschmack besitzen, und die geruchlosen, schwach milchenden Blätter etwas salzig bitter schmecken. Beim Trocknen nimmt die meist in die Länge gespaltene Wurzel außen eine dunklere, rötlich braune Farbe an und erscheint mehr oder weniger runzlig. Die wichtigsten Bestandteile sind Schleimzucker, bitterer Auszugstoff und Inulin.



Anwendung

Wurzel und Blätter wirken auflösend, zugleich etwas stärkend auf die Unterleibsorgane und kommen überhaupt bei solchen Krankheiten in Anwendung, welche auf Stockungen im Unterleibe beruhen. Die getrocknete Wurzel wird, meist in Verbindung mit anderen Mitteln, in Abkochung verordnet, ferner der wässerige Auszug, der aus der frischen oder getrockneten Wurzel bereitet wurde. Als zweckmäßig empfehlen einige Ärzte im Frühling den Genuss des aus der ganzen Pflanze gepressten Saftes oder der Pflanze selbst in Form eines Salates.

In der Homöopathie wird der ausgepresste Saft der frischen, noch nicht völlig blühenden Pflanze mit gleichen Teilen Weingeist gemischt, bei Gallen- und vom Magen herrührenden Fiebern angewendet und als wirksam gegen starke Kopfschmerzen empfohlen.

In der Tierheilkunde wirkt das Kraut und die Wurzel des Löwenzahns, wie etwa der weiße Andorn, und ist nur im frischen Zustande als diätetisches Heilmittel zu gebrauchen.

Bildnachweis: By Furu Maru (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons



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