Mandel

(Amygdalus)

Gattung der Familie Mandelgewächse, mit freiem, glockigem oder röhrigem, 5-spaltigem und abfälligem Kelche und 5 auf dem Kelchschlund hinter den Staubgefässen stehenden Blumenblättern, welcher Blume eine mit trockenem, bei der Reife meist unregelmäßig, aufspringendem Fleische versehene Steinfrucht folgt.

Gemeine Mandel, Mandelbaum

(A. communis)

Ist ein oft über 8 Meter hoch werdender Baum mit lockeren, wenig ausgebreiteten Wipfeln. Die 9 – 12 cm langen und 1 ½ – 2 cm breiten Blätter sind kahl und ihre Blattstiele 1 ½ – 3 cm lang. Auf die weißen, oft rosenrötlich überlaufenen Blüten folgen eiförmige oder länglich-eiförmige, schwach zusammengedrückte, 4 – 6 cm lange, dichtfilzige, bei der Reife graulich gelbgrüne Früchte.

Man unterscheidet folgende zwei Unterarten:

  1. die bittere Mandel

    (A. amara)

    Mit bitterem Samenkern, welche Art der wilden oder Stammart wahrscheinlich am nächsten steht, und

  2. die süße Mandel

    (A. dulcis)

    Mit süßem Samenkern.

Ist im Orient und Nordafrika heimisch und wird dort, sowie im südlichen und den wärmeren Gegenden des mittleren Europa kultiviert. Blüht in Deutschland im März und April. Die Samenkerne sind die gebräuchlichen und allbekannten Mandeln, von welchen man nach ihrem Geschmack zwei Hauptsorten unterscheidet.

  1. Süße Mandeln

    Diese sind fast geruchlos, vou einem angenehmen, mild, süßlich-öligem Geschmack, und enthalten mildes, fettes Öl, Pflanzenmilch, Gummi und Schleimzucker.



    Anwendung

    Sie sind als linderndes, reizmilderndes, einhüllendes Mittel im Gebrauche, und es wird davon die Pflanzen- oder Mandelmilch, der Zuckersaft, das fette Öl, Mandelöl, und die beim Auspressen des Öles zurückbleibende Mandelkleie angewendet. Letztere dient als Waschmittel bei räudigen Hautkrankheiten.

  2. Bittere Mandeln

    Diese entwickeln beim Zerstoßen mit Wasser einen eigentümlichen Geruch, haben einen stark bitteren, erwärmenden Geschmack und enthalten neben dem fetten Öl als besonderen Bestandteil noch das mit Wasser in ein mit Blausäure verbundenes ätherisches Öl übergehende Amugoalin.

    Anwendung

    Sie wirken in kleinen Gaben beruhigend, in stärkeren aber betäubend giftig nach der Art der Blausäure. Erst im Jahre 1802 wurde diese giftige Wirkung der Blausäure durch Bohm entdeckt. Außerdem, dass sie in geringerem Verhältnisse auch in der Mandelmilch und in dem Mandelsirup vertreten sind, wird das destillierte Wasser, Bittermandelwasser nicht nur allopathisch, sondern auch homöopathisch gegen Krämpfe angewendet. Auch das reine, aus den bitteren Mandeln bereitete Amngdalin ist in neuerer Zeit als Präparat vorgeschlagen worden, um daraus in Verbindung mit Süßmandelmilch ein blausäurehaltiges Arzneimittel darzustellen. Gepulvert bilden die bittern Mandeln oft einen Bestandteil kosmetischer Waschpulver.

In der Tierheilkunde kann man die bitteren Mandeln bei schmerzhaftem Husten, bei Krampf- und Entzündungskolik, bei Ruhr und dgl. benutzen, für Pferde und Rinder zu 30 – 60 g, für Schafe zu 2 – 4 g, für Hunde zu 1 – 2 ½ g auf einmal, am besten, indem man sie durch Zerreiben mit 12 Teilen Wasser zur Pflanzenmilch macht. Das ätherische Bittermandelöl wird in der Tierheilkunde nicht gebraucht. Das süße Mandelöl ist zum Gebrauche bei großen Tieren und in großen Gaben zu teuer.

Bildnachweis: By JanManu (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons



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