Marante

(Maranta)

Gattung der Familie Bananengewächse, mit tief 3-teiligem, bleibendem Kelchsaum, trichteriger, 6-spaltiger, mit 3 gleichen äußeren Zipfeln versehener Blume, deren Röhre etwas zusammengedrückt ist, und deren beide größeren inneren Zipfel vorgestreckt, verkehrt eirund sind, wobei der kleinere 2-spaltig ist, dessen vertiefte Lappen eine Honiglippe darstellen.

Schilfartige Marante

(M. arundinacea)

Pfeilwurzel, hat einen fleischigen, langgestreckten, waagerechten, fast walzigen, geringelten weißlichen Wurzelstock, der aus dem Gipfel einen Stengel, zur Seite mehrere fleischige, dem Hauptstock ähnliche, am Grunde strangförmig verdünnte, dicht mit weißlichen Schuppen bekleidete, bis 30 cm lange Sprossen treibt. Der aufrechte, ½ – 1 Meter hohe, knotig gegliederte, meist vom Grunde an astige Stengel ist flaumhaarig, dessen untere Blätter 24 – 36 cm lang und 6 – 9 cm breit und deren Blattscheiden, die untersten 2-jährig, die obersten blattlos sind. Die sehr zarte Blume ist samt dem Staubgefäß und dem Griffel weiß, die Blumenröhre schief und unten bauchig, die drei äußeren Zipfel länglich-stumpflich, an der Spitze etwas gewölbt, die drei inneren größer als die äußeren, wobei der eine Lappen der Honiglippe den Griffel umhüllt. Wächst in Westindien und Südamerika.

Indische Marante

(M. indica)

Unterscheidet sich von der vorhergehenden Art durch mehr eirunde, verhältnismäßig breitere, in eine längere Spitze verschmälerte, völlig unbehaarte Blätter. Wächst in Westindien und wird nebst der vorigen Art daselbst und in Ostindien kultiviert.
Aus dem fleischigen Wurzelstock und dessen Sprossen wird von diesen Arten das Pfeilwurzelmehl oder Arrowroot bereitet.

Man unterscheidet drei Sorten:

  1. Ostindisches Arrowroot

  2. Westindisches Arrowroot

  3. Brasilianisches Arrowroot

von welchen aber nur die beiden ersten Sorten nach Europa kommen. Ersteres ist in den besten Sorten ein mattweißes Pulver, welches sich der gewöhnlichen Stärke entsprechend verhält, aber einen mehr schleimigen, rein weißen Kleister liefert. Unter der Lupe erscheint dasselbe in Gestalt flacher, eiförmiger oder länglicher Körnchen, die an dem schmalen Ende einen punktförmigen Kern zeigen, und von dort aus gegen das breitere Ende gerichtete halbkreisförmige Schichten erkennen lassen. Es kommt meist über Bombay, Kalkutta nach England und ist billiger als das westindische Arrowroot. Auf die Bereitung des westindischen Arrowroots wird auch ein besonderer Fleiß verwendet und namentlich werden nach dem Waschen alle Blätterreste, faule Stellen und die Oderhaut von den Wurzelstücken sorgfältig entfernt, weil diese Teile dein Stärkemehle einen bitteren Geschmack verleihen würden. Man bringt dann die so gereinigten Wurzelstöcke in Zisternen mit durchlöchertem Boden und lässt so lange Wasser darüber hinweg fließen, bis dieses völlig geschmacklos abläuft, dann erst werden sie gemahlen und die Stärke durch Auswaschen entfernt. Die getrocknete Stärke wird nach dem Abschaben der oberen, stets etwas gefärbten Schichten mit neusilbernen Schaufeln in Büchsen von Zinn oder in mit Papier ausgefütterte Fässer gebracht und von verschiedenen Inseln exportiert, von welchen sie dann ihren Namen erhält. Solche Inseln sind in Westindien, Bermuda, St. Vincent, Jamaika, Barbados, Antigua, Dominico, St. Kitts. Außerdem wird dieses Arrowroot auch von Demarara in britisch Guyana, von Sierra Leone im westlichen und von Port Natal im südlichen Afrika exportiert.
Diese Sorte ist ein rein weißes, feines Pulver, dessen Unterscheidung von der vorhergehenden Sorte nur die Lupe möglich macht. Bei gehöriger Vergrößerung erscheint diese Sorte in Gestalt rundlicher, breit eiförmiger, durchsichtiger Körnchen von verschiedener Größe, die teils in der Mitte, häusiger aber am breiteren Ende einen einfachen oder mehrstrahligen, quer, seltener der Länge nach verlaufenden Riss oder Kernpunkt zeigen.



Anwendung

Das Arrowroot wird, da es nährend und leicht verdaulich, dabei einhüllend und reizmindernd ist, als Gesundheitsmittel mit Wasser, Milch oder Fleischbrühe gekocht, überhaupt für schwächliche und entkräftete Personen, wie z. B. für Genesende, Auszehrende, stillende Mütter, ferner bei entzündlicher Reizung der Atmungs- und Verdauungsorgane verordnet.

Bildnachweis: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52000

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