Petersilie

(Petroselinum)


Rezepte


Altes Wissen

Gattung der Familie Doldenträger, mit verwischtem Kelchrands, rundlichen, einwärts gekrümmten, ganzen, kaum ausgerandeten Blumenblättern, die in ein eingebogenes Läppchen verschmälert sind.

Gemeine Petersilie

(P. sativum)

Hat eine spindelige, einfache oder weichastige, weißliche, mehrere Stengel treibende Wurzel, die Stengel sind aufrecht, 60 – 120 cm hoch und haben lange, schlanke Äste. Die lockeren Dolden sind 10 – 20-strahlig, die Blumen grüngelblich und die Früchte 3 mm lang. Wächst wild an schattigen, felsigen Orten im südlichen Europa, und wird bei uns als Gewürzpflanze in Küchengärten gezogen.
Die Halbfrüchte – Petersiliensamen – sind graubraun, mit 5 weißlichen feinen Riefen belegt. Von der Seite gesehen, sind sie halb eiförmig, auf dem Rücken stark gewölbt, auf der Fugenseite vom Grunde gegen den Scheitel meist etwas gekrümmt, und mit dem weißlichen angedrückt zurückgezogenen Griffel gekrönt. Auf dem Querschnitte zeigen sie unter der Lupe in jedem Tälchen eine und auf der Fugenseite zwei braune Striemen. Sie haben einen ziemlich starken, gewürzhaften Geruch, etwas bitteren Geschmack und enthalten als wirksamen Bestandteil ätherisches Öl.



Anwendung

Sie werden als harn- und blähungstreibendes Mittel in Pulverform verordnet. Häufiger kommt das abgetröpfelte Wasser, seltener das ätherische Öl in Anwendung.
Gegen Harnröhrenentzündung, Tripper, Blutharnen, Nieren- und Blasensteine gibt man täglich 3 Tropfen Petersilienöl. Sommersprossen und Leberflecken werden durch Waschungen mit Petersilienwasser entfernt. – Die Wurzel und die frischen Blätter gelten als Hausmittel, die erstere in Abkochung bei Wassersucht, die letzteren ganz oder zerquetscht, zur Zerteilung von Milchknoten und Geschwülsten von Insektenstichen. Die gepulverten Halbfrüchte werden vom Volke zur Vertreibung des Ungeziefers auf dem Kopfe benutzt.

In der Homöopathie wird die Tinktur des frisch ausgepressten Saftes der ganzen Pflanze, oder besser der Früchtchen, als ein wirksames Mittel gegen Tripper empfohlen. Man gibt 1 – 2 Tropfen der reinen Tinktur, oder der 1., 2., 3. Verdünnung, nach Umständen mehrmals des Tages.

In der Tierheilkunde kann der Petersiliensamen zwar bei Harnverhaltungen angewendet werden, jedoch nur bei solchen, welche in einem überreizten, krampfhaften, oder lähmungsartigen Zustande begründet sind und durchaus keine Entzündungserscheinungen zeigen. Mit größerer Sicherheit wendet man das Mittel in einigen langwierigen Krankheiten und namentlich bei veraltetem Katarrh und Rheumatismus, ferner bei hartnäckiger Druse, veralteter Räude und bei alten Geschwüren anderer Art, wie Mauke, schlaffen Anschwellungen, bei Brust- und Bauchwassersucht, bei langdauernder Lungenentzündung des Rindviehs und bei der Fäule der Schafe an. Bei letzterenTieren soll der Samen auch zur Verhütung der Fäule und ähnlicher Krankheiten angewendet werden, wenn die Schafe nach dem Scheren und bei anhaltend schlechter Witterung an Katarrh, Husten und Schleimauswurf leiden. Man gibt ihn Pferden und Rindvieh zu 15 – 45 g, Schafen und Schweinen zu 3 – 12 g., und Hunden zu 0,6 – 4 g auf einmal, und wiederholt die Gabe, die man am besten im Aufguss gibt, alle 2 – 3 Stunden. Bei Urinverhaltungen gibt man das Mittel zweckmäßig mit Kamillenblumen, mit Bilsenkraut und mit schleimigen Substanzen. Bei den genannten langwierigen Krankheiten versetzt man ihn oft mit Wachholderbeeren, mit Terpentin und Terpentinöl. Den Läufen ist der Petersiliensamen ein tödliches Gift und er kann daher zum Tüten derselben als ein wohlfeiles und unschuldiges Mittel bei allen Tieren benützt werde. Die Anwendung zu diesem Zweck geschieht entweder in Salben, die man aus 30 g pulverisiertem Samen und 60 g Butter oder Schweinefett herstellt, oder noch besser im Aufguss von 30 g auf 360 g Durchseihung. Die Petersilienwurzel und das Petersilienkraut besitzen im frischen Zustande ähnliche, aber schwächere, wohlduftende Eigenschaften, wie die Samen. Die erstere wird zuweilen als urintreibendes und auflösendes Mittel bei Harnverhaltungen, bei Gries und Sand im Urin, bei Gelbsucht und Wassersucht benutzt, und zwar entweder klein geschnitten und unter das Futter gemengt, oder im Aufguss. Das Kraut wird als Arzneimittel innerlich sehr selten angewendet, äußerlich legen es die Landleute zerquetscht auf Insektenstiche, oder sie kochen es mit Bier, oder auch Urin, zu Brei und gebrauchen diesen mit gutem Erfolge bei frischen Milchknoten des Guters.

Bildnachweis: By Donovan Govan. [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons



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