Reis

(Oryza)

Gattung der Familie Gräser mit einblütigen, zwitterigen, an den Rispenästen traubig geordneten Blüten, zweiklappigem Balg, der viel kürzer als die klappigen Bälglein ist. Die Bälglein sind 2-spelzig und die fast gleich langem Spelzen sind lederig und kahnförmig zusammengedrückt. Von diesen sind die unteren breiter, 5nervig, aus der Spitze begrannt oder grannenlos und die oberen 3-nervig. Die Früchte sind spelzrindig.



Gemeiner Reis

(O. sativa)

Hat eine zaserige, mehrere Halme treibende Wurzel, die etwa 75 – 125 cm hoch werden, einfach oder unterwärts etwas astig, kahl und von den langen gerillten Blattscheiden fast ganz verdeckt sind. Die lanzett linealischen, langgespitzten, 30 – 45 cm langen Blätter sind kahl, nur unterseits wie am Rande scharf, dabei ist das Blatthäuschen groß und 2-spaltig. Die anfangs aufrechte, später mehr oder weniger übergebogene Rispe hat meist einfache, traubige, scharfe Äste, deren von den Seiten zusammengedrückte Ährchen länglich rund und etwas krautig sind. Die lanzettlich zugespitzten Balgklappen sind 3 – 4-mal kürzer als das Bälglein. Die riesig benervten Spitzen sind flaumig bis rauhaarig und bei der Reife weißlich, gelblich, braun oder schwärzlich, und die unteren sind stachelspitzig oder begrannt. Die Früchte sind weiß oder bräunlich bis schwärzlich. Ist in Ostindien heimisch, wird aber in den Tropenländern und in den wärmeren Himmelsstrichen der gemäßigten Zonen aller Weltteile in verschiedenen Spielarten angebaut. Die meisten Spielarten gedeihen nur auf sumpfigem oder doch sehr feuchtem Boden. Doch werden manche Arten auch auf mehr trockenem Boden, besonders in Gebirgsgegenden unter dem Namen Bergreis angebaut.
Die von den Spelzen befreiten Früchte sind der verkäufliche Reis, welcher aus harten, weißen, etwas glasigen Körnern besteht und ohne Geruch und von etwas mehligem Geschmack ist. Er enthält fast nur Stärkemehl neben einigen klebeartigen Stoffen.



Anwendung

Die Abkochung des Reises wird als einhüllendes, reizminderndes, stopfendes Mittel bei Durchfällen, dann als Getränke bei hitzigen Fiebern benutzt. Gegen hartnäckigen Durchfall, Ruhr u.s.w. empfiehlt sich gerösteter Reis, löffelweise genommen. Das Pulver des Reifes bildet einen Bestandteil des zusammengesetzten Kakaopulvers- oder des Reiscontants.
Die Türken brauen aus dem Reis einen Trank, Boza, der mit unsrem Bier viel Ähnlichkeit hat, auch bei uns wird in manchen Brauereien Reis zur Bierbereitung mit verwendet. Aus dem Reisstroh lassen sich Bürsten herstellen.

Bildnachweis: By IRRI Images (originally posted to Flickr as IMG_2039-77) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Ähnliche Einträge

Das könnte Dich auch interessieren: