Ringelblume
(Calendula)

Gattung der zur Familie der Vereinblütler gehörenden Unterfamilie Cynareen, mit halbkugeliger Hülle, zweireihigen, gleich langen Blättchen, gestrahlten Köpfchen,
zungenförmigen weiblichen Randblüten und männlichen Scheibenblüten.

Gebräuchliche Garten-Ringelblume

(C. officinalis)

Goldblume, Totenblume, Warzenkraut, Stinkblume, hat 30 – 45 cm hohe, etwas kantige Stengel, deren etwas fleischige Blätter graugrün sind. Die ansehnlichen Köpfchen haben Iineal lanzetlliche, lang zugespitzte, schmierige Hüllblättchen. Die Strahlenblumen gehen in mehreren Abstufungen vom blass gelben bis zum pomeranzengelben, während das Mittelfeld dunkelgelb bis bräunlich ist. Die mittleren ungeflügelten Früchte haben eine lang vorgezogene Spitze, die inneren dagegen sind
kürzer und schmal geflügelt. Wächst in Südeuropa und im Oriente wild und wird bei uns in Gärten gezogen, woselbst sie verwildert. Blüht vom Juni bis Oktober, und ist einjährig.
Die Blätter mit den noch geschlossenen Blütenköpfen sind als Ringelblumenkraut gebräuchlich. Sie besitzen im frischen Zustande einen stark unangenehmen, balsamisch harzigen Geruch und einen bitterlichen, schwach salzigen, etwas zusammenziehenden Geschmack, welche beide durch das Trocknen an Stärke verlieren. Sie enthalten einen kleberartigen Stoff, das Kalendulin und neben diesem bitteren Auszugstoff und Harz.



Anwendung

Es ist ein eröffnendes, auflösendes, harn- und schweißtreibendes Mittel, das man früher gegen Drüsenkrankheiten, Unterleibsstockungen und verschiedene andere Leiden der vegetativen Organe anwandte.

In neuerer Zeit wurde der äußerliche Gebrauch des frischen Krautes, des aus diesem bereiteten weingeistigen Auszuges in Salbenform, oder auch des Aufgusses zu Einspritzungen bei Krebsgeschwüren und die innerliche Anwendung des Auszugs bei langanhaltendem Erbrechen Magenkrampf, in Einspritzungen auch gegen Mutterkrebs, empfohlen.

In der Homöopathie hat man mit dem Kraute noch keine besonderen Erfahrungen gemacht, da dasselbe erst in den Arzneischatz aufgenommen wurde. Es entspricht besonders bei Blutunterlaufungen, sowie bei blutigen und wässerigen Zersetzungen des Zellgewebes, bei offenen Wunden und Geschwüren. Bei Augenentzündungen, namentlich wo Wundenverletzung der Ursprung war, und bei Drüsenkrankheiten verdient das Kraut alle Beachtung.
Man gibt 1 – 2 Tropfen der reinen Tinktur oder der 1., 2. Verdünnung, alle Stunden oder alle 1, 2, 3, 4, 6, 8 Stunden wiederholt. Zum äußeren Gebrauche kann man sich des Schneiderschen Liquor Calendulae bedienen. Derselbe wird bereitet, indem man ein 240 g haltendes Glas mit ganz aufgegangenen trockenen Blüten locker bis oben herauf füllt und mit destilliertem Wasser übergießt und mehrtägiger Auflösung an der Sonne aussetzt.




Die homöopathischen Tierärzte schreiben der Ringelblume besondere Wirkungen bei Blutunterlaufungen, bei blutigen und wässerigem Zersetzungen des Zellgewebes, sowie bei offenen Wunden und Geschwüren zu. Lackner rühmt den inneren und äußeren Gebrauch als sehr heilsam bei bösartigen Widerristschäden und Fisteln der Pferde, welche allen anderen Mitteln Trotz bieten.

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