(Rosa)

Gattung der Familie Rosengewächse mit 5-teiligem Kelchsaum, fleischiger, oder knorpeliger, unter dem Saum eingeschnürter Kelchröhre, deren Schlund durch einen drüsigen Ring verengert ist. Um oder auf diesem Ringe stehen zahlreiche Staubgefässe, die von fünf oder mehr Blumenblättern umgeben sind und außerdem die vielen Fruchtknoten in der Kelchröhre eingeschlossen haben, die teilweise an deren Innenwand fest sitzen.
Die Rosen sind mit wenigen Ausnahmen stachelige Sträucher, dabei haben sämtliche Arten unpaarig gefiederte Blätter, mit gesägten Blättchen und dem Blattstiele angewachsenen Nebenblättern.

Französische Rose

(R. gallica)

Zuckerrose, Essigrose, ist ein niedriger, ¼ – 1 Meter hoher Strauch, mit weit unter dem Boden hinkriechenden, und neue Stämme treibenden Ausläufern. Die länglichen, in’s ovale und runde übergehenden Fiederblättchen sind stumpf, spitz, oder kurz zugespitzt, am Grunde ungleich, schwach herzförmig und fast kerbig gesägt. Dieselben sind ferner etwas starr und lederig, unterseits graulich flaumhaarig, ihr Mittelnerv, wie ihre Blattspindel, drüsig, und diese zugleich klein stachelig, die vorderen Sägezähne der Blättchen aber nicht zusammenneigend. Die aufrechten Blüten haben meist drüsig borstige Blütenstiele, wie die Kelchröhren und große, stets ausgebreitete, dunkelrote, doch auch rosenrote, bis in’s weißliche spielende Blumen, deren Fruchtkelche karminrot sind. Wächst an Wald- und Ackerrändern und auf lichten Waldstellen im südöstlichen und stellenweise im mittleren Europa und blüht im Juni.
Wird häufig und in vielen Spielarten in Gärten gezogen, von welchen man unter anderen die satt gefüllte, dunkelrote, oder satt rosenrote, die eigentliche französische Rose (R. gallica), die heller und dunkler gestreifte (R. basilica), die stark gefüllte (R. papaverina), und wenn die Blumen sehr dunkel und in’s blaue schillernd sind, die Sammetrose (R. bolosericiea), ferner eine kleinblütige und kleinblättrige, gefüllte Zwergform, die Burgunderrose (R. burgundica) unterscheidet.
Von dieser Art werden die roten Rosenblätter gesammelt. Es sind die Blumenblätter der halbgefüllten, satt roten Spielarten, welche vor dem Aufblühen abgenommen, mit einer Schere von ihren gelben Nägeln befreit und schnell im Schatten getrocknet werden, worauf sie eine dunkelrote Sammetfarbe annehmen. Sie besitzen nur wenig Geruch, einen schwach zusammenziehenden Geschmack und enthalten als vorwaltende Bestandteile eisengrünenden Gerbstoff und ätherisches Öl.



Anwendung

Sie werden als zusammenziehendes und schwach stärkendes Mittel in Gurgelwassern und Speciesform gegen kraftlose Entzündungen der Haut und Schleimhaut in Mund- und Rachenhöhle angewendet, sowie deren Präparate, der Rosenessig, die säuerliche Rosentinktur und die Rosenkonserve.

Centifolienrose

(R. centifolia)

Hundertblättrige Gartenrose, ist der französischen Rose sehr nahe verwandt, unterscheidet sich aber von derselben dadurch, dass sie nur in seltenen Fällen unter der Erde hinziehende Ausläufer hat und wenn dies der Fall, dieselben nicht soweit umherkriechend sind, ihre Stämme höher werden und ihre Blättchen weniger starr und lederig sind. Die Blüten sind meist nickend, die Blumen rein rosenrot, stets gefüllt und haben mehr vertiefte, zusammenneigende Blumenblätter, außerdem sind ihre Kelchrosen schlanker und ihre Blüten wohlriechender. Soll im Orient, namentlich in Persien und am östlichen Kaukasus heimisch sein und wird bei uns überall in Gärten gezogen.

Unter den mancherlei durch die Kultur entstandenen Spielarten sind außer der gewöhnlichen, stark gefüllten Centifolie noch besonders bemerkenswert:

  1. die Moosrose

    (R. muscosa)

    deren Kelche und Blütenstiele mit vergrößerten, astigen Drüsenborsten dicht verkleidet sind, und welche mit gesättigt und blass rosenroten, sowie mit weißen Blumen abändert

  2. die provencer Rose

    (R. provencialis)

    das Jungfernröschen oder Pfingströschen, eine niedliche Zwergform mit kleineren Blättchen und Blüten von rosenroter Farbe.

Von der gewöhnlichen Gartenrose sind die Blumenblätter als blassrote, oder fleischrote Rosenblätter gebräuchlich. Dieselben werden von den völlig geöffneten Blüten gewonnen, und entweder sorgfältig getrocknet, oder auch eingesalzen aufbewahrt, wobei sie mehr oder weniger ihren bekannten Wohlgeruch behalten. Der Geschmack derselben ist schwach süßlich, hintennach wenig zusammenziehend. Vorwaltende Bestandteile sind ätherisches Öl und eisenbläuender Gerbstoff.

Anwendung

Sie gelten als gelind zusammenziehend und etwas erregendes Mittel, kommen jedoch für sich, namentlich im Aufguss, weit weniger in Anwendung, als deren verschiedene Präparate, wie der Rosenhonig, das Rosenwasser, die Rosensalbe und das Rosenöl, von welchen jedoch das letztere, sowie der damit bereitete Rosengeist, nur als Wohlgeruchsmittel benutzt werden.

Damascener Rose

(R. damascena)

Unterscheidet sich von der vorhergehenden Art durch zahlreichere, stärkere Stacheln, dünnere, mehr längliche Blütenknospe, längere Kelchröhren, bald nach dem Aufblühen zurückgeschlagene Kelchzipfel und halb gefüllte, heller oder dunkler rote Blumen. Ist im Oriente heimisch und wird öfters bei uns in Gärten gezogen. .

Bisamrose

(R. moschata)

Mit zerstreuten, krummen Stacheln, stacheligen und drüsigen Blattstielen, spitz ovalen und gezähnten Blättern und vielblütigen Doldentrauben. Ihre ziemlich kleinen Blüten stehen nahe beisammen, sind sehr zahlreich und dabei weiß. Ist ein in Nordafrika und Asien heimischer, 4 Meter hoher Strauch, oder 10 Meter hoher Baum.
Von den Blumen dieser beiden Arten wird das Rosenöl im Orient und in der europäischen Türkei bereitet. Dasselbe, wenn es gut ist, besitzt bei gewöhnlicher Temperatur die Dichtigkeit des Mandelöls, und hat ein spezifisches Gewicht von 0,81 – 0,84. Seine Farbe ist blass gelb, selten trifft man es fast farblos und mit einem Stich in’s grünliche an, sein Geruch ist stark und durchdringend rosenartig und erst nach gehöriger Verdünnung angenehm. Schon bei einer Temperatur von 10 bis 12 Grad Celsius beginnen sich im oberen Teile des Öles im Gefäße kleine, spießige Krystalle auszuscheiden, und eine wenig zusammenhängende Decke auf dessen Oberfläche zu bilden. Bei 5 Grad Celsius erstarrt das Öl ganz zu einer eisartigen Masse, die schon in der Wärme der Hand wieder zu schmelzen beginnt. Das Rosenöl kann in festem Zustand durch Pressen zwischen Fließpapier in ein zurückbleibendes, blendend weißes Stearopten und in ein flüssiges Eläopten, welches vom Papier aufgesaugt wird, getrennt werden. Will man letzteres gewinnen, so kann man auch Alkohol von 0,80 spez. Gewicht zur Entfernung von dem Stearopten verwenden, indem letzteres nicht wohl, aber das Eläopten davon aufgenommen wird. Eigentümlicherweise ist das Stearopten in reinem Zustande geruchlos, obgleich man ein leicht fest werdendes Rosenöl, also ein sehr stearoptenhaltiges, für besonders gut zu halten gewöhnt ist.



Anwendung

Das Rosenöl wird als Wohlgeruchsmittel hauptsächlich an und für sich und in der Parfümeriefabrikation verwendet. Da aber dieser Luxusartikel sehr teuer zu stehen kommt, sofern 6 Zentner Blumenblätter erst 30 g Öl geben, so ist natürlich die Verlockung, dasselbe zu verfälschen, eine äußerst große. Zu denjenigen Ölen nun, welche hauptsächlich dazu dienen, das Rosenöl zu verfälschen, ohne dessen Geruch all zu sehr zu verändern oder abzuschwächen, gehören:

  1. die türkische Geraniumessenz

  2. das südfranzösische Geraniumöl

  3. das algerische Geraniumöl

  4. das RosenHolzöl

  5. das Santelholzöl

  6. der Wallrat

Hundsrose

(R. canina)

Ist ein 1 – 2 Meter hoher Strauch, ohne Ausläufer, mit straff aufrechten Stämmen und bogig überhängenden, längeren Ästen. Die länglich oder eirunden Fiederblättchen sind scharf gesägt, mit zusammenneigenden, vorderen Sägezähnen, dabei sind sie dunkelgrün und glänzend, oder matt und wie zart bereift. Die Blüten sind aufrecht, die Blumen kleiner als bei der französischen Rose und meist blass rosenrot oder weiß. Die Fruchtkelche sind samt ihren zuletzt fleischig werdenden Stielen hochrot. Wächst in Hecken, Zäunen, an waldigen Orten, an Wegen, Rainen u.s.w. in ganz Europa und blüht im Juni, worauf in den Monaten September und Oktober die Fruchtreise eintritt.
Von der Hundsrose gibt es schon im wilden Zustande viele Abarten mit kahlen, oder unterseits, seltener beiderseits flaumhaarigen, oder auch mit klebrig drüsigen Blättchen und Blattspindeln, mit kahlen, oder drüsig borstigen Blütenstielen und Kelchröhren, welche hier und da als besondere Arten angegeben werden. Eine schöne, in Gärten gezogene Spielart mit kahlen, oder behaarten Blättchen, drüsenborstigen Blütenstielen und Kelchröhren, und dabei mit großen, weißen, gefüllten Blumen, ist die weiße Gartenrose (R. alba), von welcher es auch eine Form mit blass fleischroten Blumen, Fleischrose oder Jungfernrose (R. incarnata) gibt.
Die reifen Fruchtkelche – Hagebutten, Hainbutten, Hahnbutten, – die aufgeschnitten und von den Nüsschen befreit, im getrockneten Zustand außen dunkel rotbraun und glänzend, und innen steif haarig sind, haben keinen Geruch, aber einen säuerlich süßen, dabei etwas herben Geschmack und enthalten hauptsächlich Schleimzucker, Pflanzensäuren und eisengrünenden Gerbstoff.

Anwendung

Die Hagebutten werden nur als gesundheitförderliches, einhüllendes, durststillendes und gelind harntreibendes Mittel in der Abkochung verordnet.
Die Hagebutten samt den steif haarigen Nüsschen, oder auch diese allein, mit Honig u.s.w., bilden ein Volksmittel, das man gegen Madenwürmer anwendet, in welchem Falle sie durch die starren, reizenden Haare bloß mechanisch wirken, und den Abgang der Würmer befördern.

Apfelrose

(R. pomifera)

Mit derben, geraden Stacheln, länglich runden graugrünen Fiederblättchen, geraden, vorgestreckten Spitzen der Nebenblätter, fiederspaltigen, bleibenden Kelchzipfeln, von der Länge der drüsig gewimperten Blumenblätter, kugeligen, steif borstigen, bei der Reife markigen, nickenden, trüb violetten Kelchröhren und im Grunde derselben gestielten Nüsschen. Wächst in den Voralpen des mittleren Europas wild, wird oft in Gärten gezogen, tritt infolge dessen in anderen Gegenden gleichfalls verwildert auf und blüht im Juli.

Anwendung

Ihre großen Fruchtkelche werden, wenn sie zur Reife gekommen sind, als Hagebutten, wie die der vorher genannten Art verwendet, aber für den Küchengebrauch, namentlich zur Bereitung des Musses, den von der Hundsrose herstammenden noch vorgezogen.

Bildnachweis: W.J.Pilsak at the German language Wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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