Salbei

(Salvia)

Gattung der Familie Lippenblümler mit 2 lippigem, 5, selten 3 zähnigem oder 3 spaltigem Kelche, 2 lippiger Blume, deren Oberlippe gewölbt und zusammengedrückt und die Unterlippe 3 lappig, wobei ihr Mittellappen groß und ausgerandet ist.

Gebräuchlicher Salbei

(S. officinalis)

Gemeiner Salbei, Gartensalbei, Edelsalbei, hat einen mit den rutenförmigen Ästen, 30 – 60 cm hohen Stamm, 3 – 9 cm lange und 1,2 – 4,5 mm breite Blätter. Der trichterig-glockige Kelch ist oberwärts zusammengedrückt, längsriefig, flaumhaarig und drüsig. Die Blume ist doppelt so lang als der Kelch, lackmusblau, auch hier und da, doch sehr selten, weiß.

Außer der gewöhnlichen Mittelform gibt es eine breitblättrige, mit größeren eirund-länglichen, zuletzt oberseits grünen und ziemlich kahlen Blättern und eine schmalblättrige mit kleinen länglich- bis fast lineal-lanzettlichen, stärker filzigen Blättern.

Wächst an gebirgigen, felsigen Orten im südlichen Europa bis zum südlichsten Gebiete der deutschen und schweizer Flora.

Die getrockneten Blätter — Salbeikraut — haben einen starken, balsamisch-gewürzhaften Geruch, einen gewürzhaften, bitterlichen, etwas zusammenziehenden Geschmack und enthalten als Hauptbestandteils ätherisches Öl, bitteren Auszug- und Gerbstoff.



Anwendung

Das Salbeikraut wirkt erregend auf Verdauungsorgane und Nervensystem, zugleich stärkend-zusammenziehend und die krankhaften Absonderungen der Schleimhäute vermindernd.

Infolge dessen wird es im Aufguss innerlich bei schwächenden Schweißen, namentlich bei Schwindsüchtigen, wobei man dem Aufguss noch 20 Tropfen Haller’s-Sauer beimischt. Verschleimung der Brust und Blähungen, äußerlich als Mund- und Gurgelwasser bei Geschwüren und mundfäuleähnlichen Zuständen der Mund- und Rachenhöhle, bei aufgelockertem, leicht blutendem Zahnfleisch, bei Anschwellungen der Mandel und nach gehobenen Halsentzündungen angewendet. Ein sehr gutes Wasser gegen Mundfäule erhält man, wenn man eine Handvoll Salbei, Rosmarin, Schöllkraut, 2 Hände voll Brombeerblättern, 8 Gr. Alaun, und 180 g Honig in Essig kocht, und durchpresst. Es bildet ferner einen Bestandteil des wohlriechenden Essigs.

In der Tierheilkunde wird das Salbeikraut bei langwierigen Katarrhen der Atmungs-, Verdauungs- und Geschlechtsorgane, dergleichen Durchfällen innerlich und äußerlich, dann bei Quetschungen, Blutergüssen, schlaffen Geschwüren, beim brandigen Absterben äußerer Hautpartien, bei Entzündungen der Maul- und Rachenschleimhaut äußerlich am besten in der Form eines Aufgusses entweder für sich allein oder mit anderen herben oder mit ätherisch-öligen Substanzen angewendet.

Bildnachweis: By A. Barra (Own work) [GFDL or CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons



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