Schöllkraut

(Chelidonium)

Gattung der Familie Mohngewächse mit 2 blättrigem hinfälligem Kelche, 4 blättriger Blume und schotenförmiger, 1 fächeriger und 2 klappiger Kapsel.



Gemeines Schöllkraut

(Ch. majus)

Großes Schöllkraut, Schöllwurz, Goldwürz, Gilbkraut, Schwalbenkraut, Augenkraut, Gottesgabe, hat eine starke, astige, bezaserte und, wie die ganze Pflanze, mit einem dunkelgelben, an der Luft braun werdenden, ätzenden Milchsaft erfüllte Wurzel, die einen etwa Meter hohen Stengel treibt. Der nur an den Blütenknöpfen noch vorhandene Kelch ist kahl oder schwach behaart, die Blumenblätter sind knickfaltig, ganzrandig oder seltener gekerbt. Die schwarzbraunen glänzenden Samen haben ein weißes, fleischiges Nabelwülstchen.

Eine bemerkenswerte Spielart davon ist

Schlitzblättriges Schöllkraut

(Ch. laciniatum)

Mit länger gestielten, tief fiederspaltigen Blättchen, deren längliche Zipfel eingeschnitten gekerbt sind, ein 5 – 7 teiliges Endblättchen haben und wobei zugleich auch die Blumenblätter oft eingeschnitten gekerbt sind. Das Schöllkraut wächst an Mauern, Zäunen, auf Schutthaufen, an Wegen, sowie an schattigen felsigen Orten im größten Teile von Europa und blüht vom Mai bis September.
Man gebraucht das ganz frische Kraut und die getrockneten Blätter – Schöllkraut.

Es soll von trockenen Standorten im Mai vor der völligen Entfaltung der Blüten gesammelt werden und besitzt im frischen, noch milchenden Zustande einen widerlichen, scharfen Geruch und einen brennend-scharfen, dabei bitterlichen und etwas salzigen Geschmack, die sich beim Trocknen fast gänzlich verlieren.

Dasselbe enthält Chelidonin und Sanguinarin, zwei eigentümliche Alkaloide, und Chelidoxanthin, einen gelben Farbstoff.



Anwendung

Das Schöllkraut wirkt in kleinen Gaben erregend auf das Blutwasser-System, sowie auf sämtliche Absonderungsorgane, die Ausscheidung in denselben befördernd und wird daher besonders bei Stockungen im Pfort – und Lymphdrüsensystem als Beförderungsmittel des Stoffwechsels, auch bei Wassersuchten und Dickblutigkeit, namentlich gegen veraltete Lustseuche angewendet.

Am wirksamsten ist der ausgepresste Saft der frischen Pflanze, da die trockene Pflanze und der gebräuchliche Auszug größtenteils die Schärfe verloren haben und nur bitterlich auflösend wirken. In zu starken Gaben wirkt das Schöllkraut giftig, ganz nach Art der scharf-betäubenden Mittel. Die äußerliche Anwendung des ätzenden Milchsaftes bei Warzen ist unschädlich, bei Hornhautflecken und skrophulösen Augenentzündungen aber gefährlich.

In der Homöopathie ist die Tinktur des aus der frischen Wurzel gepreßten Saftes gegen verschiedene Unterleibsleiden empfohlen worden, aber man hat, wie es scheint, dieselbe noch wenig angewendet. Indessen verdient dieses Mittel eine größere Beachtung in langwierigen Krankheiten der Organe des Unterleibs, der Leber und der Milz, in der Gelbsucht, bei Gallensteinen u. s. w.

Man gibt 1 – 2 Tropfen der Urtinktur 1 – 2 mal des Tages und wiederholt die Gabe nach Umständen öfters.

In der Tierheilkunde wird das frische Schöllkraut den Pflanzenfressern zu 500 g, Schweinen zu 250 g bei Wassersuchten, Darmkatarrh u. dergl. Gegeben, auch der ausgepresste Saft wird in der Gabe von etwa 30 g des Tages entweder für sich oder mit passenden Mitteln Zu Pillen oder Latwergen geformt, verabreicht. Äußerlich wurde es in Abkochungen, Aufgüssen und Breiumschlägen gegen Drüsenverhärtungen, andauernde Hautausschläge und schlaffe Geschwürs angewendet.

Bildnachweis: By Anke Hüper, Karlsruhe (German Wikipedia) [Copyrighted free use], via Wikimedia Commons



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