Ysop

(Hyssopus)

Gattung der Familie Lippenblümler mit röhrigem, gleichmäßig 5 zähnigem Kelche, 2 lippiger Blume, deren Oberlippe gerade, flach und 2 spaltig und deren Unterlippe 3 lappig, wobei zugleich der Mittellappen größer und verkehrt-herzförmig ist.

Gebräuchlicher Ysop

(H. oslicingiis)

Echter Ysop, hat halbstrauchige, 25 – 75 cm hohe, stumpf 4 kantige, unterwärts dunkelbraune Stengel und dickliche, am Grunde fast 3 nervige dunkelgrüne, dabei schwach glänzende Blätter. Die sogenannte Halbquirle besteht aus 2 gegenständigen, kurz gestielten, 5 – 8 blütigen Trugdöldchen. Die schwach gekrümmten, angedrückt flaumigen und drüsig punktierten Kelche sind oberseits meist purpurbraun überlaufen und deren eirund- lanzettlichen Zähne sind fein zugespitzt. Die Blumen sind satt blau, sel- tener rosenrot oder weiß.

Wächst an Felsen, auf sonnigen steinigen Hügeln und Bergen im südlichen, seltener im mittleren Europa und blüht im Juli und August.

Die getrockneten Blätter und blühenden Gipfel sind das gebräuchliche Ysop oder Ysopkraut. Dasselbe besitzt einen angenehm-gewürzhaften, durch das Trocknen etwas schwächer werdenden Geruch, einen gewürzhaften, kaum bitterlichen Geschmack und enthält als Hauptbestandteile ätherisches Öl und etwas Gerbstoff.



Anwendung

Das Ysopkraut wird als stärkend-erregendes Mittel innerlich im Aufguss bei Schwäche der Verdauungsorgane und der Lungenschleimhaut, bei Brustkrampf und Rheumatismen, äußerlich zu Breiumschlägen, Gurgel- und Augenwasser angewendet, auch als wurmwidriges Mittel.

Gegen starke schwindsüchtige Nachtschweiße nehme man 3 mal täglich unter Aniswasser 10 Tropfen Ysopöl (125 g in 8 g Haller’s Sauer aufgelöst). Ysop, mit Feigen im Wasser gekocht, ist ein treffliches Gurgelwasser bei Halsgeschwüren; mit gutem Essig vermischt und den Mund damit ausgespült, heilt es Schmerzen im Zahnfleisch, ist auch für Zahngeschwüre gut.

Bildnachweis: By Isidre blanc (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons



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