(Cinnamomum)

Gattung der Familie Lorbeergewächse mit zwitterigen oder vielehigen Blüten, 6 spaltiger lederiger Blütenhülle, deren Zipfel bleibend oder abfällig sind.

Kampfer-Zimtbaum

(C. camphora)

Kampferbaum, ist ein schöner 8 – 10 Meter hoher Baum mit ausgedehnten Ästen, dessen Blätter auf ihren ziemlich langen Blattstielen meist hängend, zuweilen auch fast gegenständig sind. Die kleinen Rispen sind schlank und haben 2 – 3 blütige Äste. Die Blütenhülle ist gelblich-weiß, die Zipfel länglich-rund, stumpf und innen dichtflaumig. Die fast kugeligen, erbsen- großen Beeren sind schwarzrot und glänzend.

Er ist in China und Japan heimisch. Dieser Baum liefert den im europäischen Handel vorkommenden Kampfer.

Man gewinnt denselben durch Auskochen des kleingeschnittenen Holzes des Baumes und der Wurzel in China und Japan, von wo er nls Rohkampfer in kleinen, schmutzig-grauen Körnern ausgeführt und darauf in Europa durch Läuterung gereinigt wird. Der gereinigte Kampfer, der nichts anderes als ein festes ätherisches Öl ist, besteht aus runden, flach-gewölbten, graulich-weißen, durchscheinenden, innen körnig-kristallinischen, leicht zerbröckelnden, aber schwer zu Pulver zu reibenden Broten.

Er besitzt einen eigentümlichen, durchdringenden, balsamischen Geruch, und einen scharf-gewürzhaften, bitterlichen, hintennach kühlenden Geschmack, verflüchtigt sich allmählich bei gewöhnlicher Temperatur an der Luft, ist leichter als Wasser und in diesem weniger, dagegen in Weingeist, Äther, verdünnten Säuren, fetten und ätherischen Ölen leicht löslich. Derselbe ist ferner leicht entzündlich und verbrennt mit heller Flamme, ohne irgend welchen Rückstand.




Anwendung

Der Kampfer ist eines der durchdringendsten, flüchtig erregenden und belebenden Mittel, zumal auf Hirn und Rückenmark, aber auch auf die Haut und dadurch schweißtreibend, er wirkt aber auch nach den Umständen besänftigend, die Absonderung in den Nieren, sowie der Milch in den Brüsten, dann die zu große Erregbarkeit in den Geschlechtsteilen vermindernd. Hiernach bestimmt sich seine innerliche Anwendung, teils in einer Menge von Fällen, wo die Tätigkeit des Gefäß- und Nervensystems gehoben und die Lebenstätigkeit gesteigert, teils in solchen, wo die erwähnten Absonderungen und die Reizbarkeit in den Harn- und Geschlechtsorganen vermindert werden sollen, während er auch äußerlich, wegen seiner kräftig-erregenden, fäulniswidrigen, die Aufsaugung befördernden Wirkung bei Verrenkungen, Rheumatismen, rosenhaften Geschwülsten, Geschwüren, Entzündungen, bei Knochenfraß und Brand in Anwendung kommt.

Als Gegengift gegen starkbetäubende Pflanzengifte Wird er ebenfalls empfohlen. Er wird in Pulver und Mixturen verordnet geht in mehrere Präparate — Kampfergeist und Kampferöl — und in viele zusammengesetzte Arzneimittel ein.

In der Homöopathie gilt die weingeistige Auflösung des Kampfers als Vorbeugungsmittel bei der Grippe, aber auch als Heilmittel im ersten Anfang der Cholera, dann bei Fallsucht und Wassersucht.

In der Tierheilkunde dient der Kampfer als erregendes Mittel und findet feine Anwendung bei ausgesprochener Schwäche, insbesondere des Nervensystems, welche sich entweder als ursprüngliches Leiden kund gibt, oder nach den vorausgegangenen verschiedenartigsten Krankheitsprozessen sich entwickelt, bei Neigung zur Erweichung und zum brandigen Absterben, daher z. B. in späteren Stadien der typhösen Krankheiten, der Lungen- und Brustfellentzündung, bei bösartigen Schafpocken, Entzündung der Gebärmutter.

Wegen seiner Einwirkung auf das Nervensystem wurde er bei Nervenkrankheiten jeder Art empfohlen, sehr häufig aber auch missbraucht. Er verdient jedoch hier nur bei den sogenannten faktionellen Krankheiten Berücksichtigung. Bei Vergiftungen mit betäubenden Mitteln erwies er sich hilfreich. Wegen seiner Einwirkung auf die Steigerung der Haut- und Lungenausdünstung gibt man ihn bei katarrhalischen und rheumatischen Leiden, bei Durchfällen, bei so genanntem rheumatischem Starrkrampf, Ruhr u. s. w.

Endlich gibt man ihn bei Blutharnen, Nierenentzündung, Harnverhaltung, bei Reizungen der Nieren infolge des fortgesetzten Gebrauches von spanischen Fliegen, bei ungewöhnlicher Aufregung des Geschlechtstriebes, bei Entzündung und Anschwellung des Euters. Nicht angezeigt ist sein Gebrauch bei rasch verlaufenden Entzündungen, insbesondere der Verdauungsorgane. Man gibt durchschnittlich Pferden 1,825 – 7,50 g, Rindern bis zu 15 g Schafen und Schweinen ½ — 1,825 g, Hunden 0,1 – 1 g dort, wo man auf die Hauttätigkeit wirken will, sowie bei gefahr drohenden Nervenzufällen müssen die größeren, bei den übrigen angeführten Krankheitsfällen die kleineren Gaben genommen werden. Man gibt ihn entweder in flüchtiger Form, zu welchem Behufe man ihn mit Pflanzenschleim, Eidotter oder Kleister abrührt und der Flüssigkeit beimischt, oder setzt ihm Latwerge zu, nachdem man ihn entweder vorher mit Weingeist besprengt und gepulvert oder mit Eigel, arabischem Gummi oder Speichel abgerührt hat. Sobald die Wirkungen des Kampfers verschwunden sind, wiederholt man die Gabe, falls sein Gebrauch längere Zeit hindurch angezeigt wäre, steigt man mit der Größe der Gabe.

Der homöopathische Tierarzt Graaf empfiehlt das Mittel bei Nerven- ilnd kraftlosen Fiebern und in der Grippe der Pserde, gegen Starrkrampf, wenn dieser vorerst das Vorderteil des Pferdes ergreift, gegen rasch ver- laufende Rheumatismen, ferner gegen Nierenentzündung und Blutharnen, wenn diese infolge des Genusses von Maikäfern, Kanthariden zugleich mit demLaube verschiedener Gesträuche entstanden sind. Gabe 4—5 Tropfen
in Weingeist.

Ceylonischer Zimtbaum

(C. zeylonicum)

Echter Zimtbaum, ist ein 8 – 10 Meter hoher Baum mit kurzgestielten, waagrecht abstehenden oder etwas abwärts gebogenen, selten etwas, auseinander gerückten und wechselständigen, in der Jugend schön roten und zuweilen auch 3 faltig benervten Blättern.

Die Rispen sind winkel- und gipfelständig, länger als ihr Stützblatt und meist wiederholt zweigabelig. Die außen weißliche, innen gelblich-weiß, in’s grünliche spielende Blütenhülle hat ovale, stumpfe, innerseits ebenfalls dicht flaumige Zipfel. Die einer kleinen Eichel ähnliche, länglich runde Beere ist kurz-stachelspitzig und zuletzt braunschwarz.

Ist auf Ceylon heimisch und wird dort wie auf Java gepflanzt.

Dieser Zimtbaum, aber nur der auf Ceylon und auf Java gepflanzte liefert den echten, feinen oder starken Zimt. Es ist die von der Oberhaut und der Borke befreite Rinde der jüngeren, meist dreijährigen Zweige von der Stärke eines dicken Papiers, in 30 – 60 cm lange, kleinfinger- bis fingerdicke Röhren zusammengerollt, deren Höhlung mit kleineren und dünneren ineinander gesteckten Röhrchen ausgefüllt ist. Diese Rindenröhren sind außen glatt fahlbraun, stellenweise in’s rotbraune spielend und mit weißlichen, schief oder schlängelich verlaufenden Linien gezeichnet.

Innen sind diese Rindenröhren dunkler, rotbraun, feinfaserig und leicht zerbrechlich. Der Zimt hat einen starken, sehr angenehm gewürzhaften Geruch und einen süßlich gewürzhaften, erwärmenden, jedoch kaum stechenden, Hintennach etwas herben Geschmack, und enthält
als hauptsächlichste Bestandteile ätherisches Öl und eisengrünenden Gerbstoff.

Anwendung

Der als eines der angenehmsten Gewürze geschätzte Zimt wirkt kräftig erregend und stärkend, zumal auf die Unterleibsorgane, in gehörigen Gaben jedoch auf das gesamte Gefäß- und Nervensystem, und kommt zur Stärkung, bei Verdauungsschwäche oder trägen Absonderungen, ferner bei Wechselfiebern als Unterstützungsmittel, um die China verdaulicher zu machen und deren Wirkung zu erhöhen, und zur Beförderung der Geburtswehen in Anwendung.

In der Tierheilkunde wird die Zimtrinde insbesondere bei mangelhafter Tätigkeit der Gebärmutter, bei Wehenschwächen, größeren Haustieren zu 15 g, Schafen zu 3,75 g, Hunden zu 2 – 4 g für die Gabe, meistens in Form eines Aufgusses verabreicht.

Gewürzhafter Zimtbaum

(C. aromaticum)

Kassien-Zimtbaum, ist ein ansehnlicher Baum, dessen Blätter wie bei dem vorigen lederig, zuweilen auch paarweise genährt und fast gegenständig sind. Die Rispen sind gegen den Gipfel der Zweige winkelständig, kürzer als ihr Deckblatt und die kurzen Aeste derselben meist vierblütig. Die Blütenhülle und die Beere ähnlich wie bei dem ceylonischen Zimtbaum.

Wächst in China und Cochinchina.

Die Rinde der Zweige dieses Baumes ist die Zimtkassie oder der indische oder chinesische Zimt.
Die Zimtkassie sieht dem echten Zimt zwar ähnlich, doch sind seine Röhren hohl, von dunklerer Farbe und außen starke Längsfasern zeigend.

Sie besitzen ferner einen weit schwächeren Zimtgeruch und einen weniger angenehm-gewürzhaften, sondern einen mehr stechenden, Hintennach zusammenziehenden, speichelerregenden Geschmack und enthalten ätherisches Öl nebst Gerbstoff.

Anwendung

Da diese Rinde in ihren Wirkungen im allgemeinen mit der echten Zimtrinde übereinstimmt, so wird sie gerade so, wie diese, verwendet. Außerdem gebraucht man sie zu einer größeren Anzahl von Mitteln als den echten Zimt.

Bildnachweis: By H. Zell (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons




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