La Réunion ist eine Insel im Indischen Ozean, die zu Frankreich gehört und somit den südlichsten Punkt Europas bildet. Sie ist eher unbekannt und man ist geneigt, ihr diese Ruhe auch zu lassen. Trotzdem lässt sie sich als Geheimtipp nicht von der Hand weisen. Wer La Réunion besucht, sollte nicht nur in Genießerlaune sein, sondern auch das nötige Maß Verantwortungsbewusstsein mitbringen.

Lever de soleil sur le cirque de Mafate - Réunion

Wenn man La Réunion mit dem Hubschrauber anfliegt, wirkt die Insel zunächst ein wenig wie die bayerischen Alpen. Doch nur kurze Zeit später taucht man ein in eine Welt, die an „Jurassic Park“ erinnert. Ohne viel Mühe lassen sich auch Assoziationen zu „Herr der Ringe“ feststellen. Wilder Urwald, tosende Wasserfälle und Zickzackgebirge machen die Faszination der Insel aus. Vielen Menschen begegnet man nicht unbedingt, doch genau hier liegt der Reiz. Die Natur ist zu weiten Teilen unberührt und zeigt sich von ihrer schönsten Seite.

10.000 Kilometer bis ins Paradies

Von Deutschland aus kann La Réunion nicht direkt angeflogen werden, was womöglich auch ein Grund dafür ist, dass die Insel relativ unbekannt ist. Für die Einreise ist kein Visum nötig, Impfungen kann man sich ebenfalls sparen, die Straßen sind in einem guten Zustand (häufig besser als die hierzulande), weiße Sandstrände hat La Réunion auch zu bieten. Die Nachbarinsel Mauritius hat davon allerdings deutlich mehr und wer nach La Réunion reist, sollte das sowieso nicht tun, um sich am Strand zu lümmeln. Besser ist eine Tour mit dem Rucksack. Die Reise von 10.000 Kilometern lohnt sich in jedem Fall.

Essen und Kräuter

Auf La Réunion kann man köstlich speisen. Ein Gemisch aus afrikanischen und indischen Gerichten deutet an, dass es auf der Insel eine große Vielfalt gibt, was der Völkermischung aus Franzosen, Afrikanern, Indern und Chinesen zu verdanken ist. Wer auf der Suche nach Gewürzen und Düften ist, besucht am besten „Jardin des Parfums et des Èpices“ bei Saint Philippe, gelegen im Süden der Insel. Knapp 1.500 Pflanzenarten und mehr als 180 Gewürzsorten verzaubern und faszinieren den Besucher. Die Litschi- und Mangobäume im Garten sind mehr als 250 Jahre alt.

Der spurlose Besucher

Die schönsten Flecken der Erde sind nicht selten so beliebt, dass aus ihnen schnell geschundene Orte werden. Wenn man sich heutige Tourismusgebiete ansieht, haben sie in der Regel nichts mehr mit ihrem Ursprung gemein. Vielmehr sind sie zu Müllbergen und -deponien verkommen, die unter wachsende Besucherzahlen leiden. Dass wir La Réunion trotzdem hier empfehlen, kann als ein Vertrauensvorschuss an unsere Leser bezeichnet werden, von denen wir annehmen, dass sie verantwortungsvoll mit der Natur umgehen. Wenn Sie die wunderschöne Insel (oder auch andere Plätze überall auf der Welt) besuchen wollen, bedenken Sie bitte folgendes:

  • Hinterlassen Sie keinen Müll! Das gilt nicht nur für Stoffe, die nicht oder nur langsam abgebaut werden können, sondern grundsätzlich. Jeder vom Menschen hinterlassene Müll stört das Gleichgewicht der Natur und gefährdet Tiere, die womöglich davon fressen. Nicht zuletzt verschandelt er die Landschaft, die schützenswert ist.
  • Vermeiden Sie es möglichst zu rauchen. Und wenn Sie es nicht schaffen, sammeln Sie Ihre Zigarettenstummel auf und nehmen Sie diese wieder mit.
  • Genießen Sie die Natur dort, wo Sie sie vorfinden! Mit anderen Worten: Lassen Sie am besten die Finger von Pflanzen, auch wenn Sie sie noch so gern bei sich zuhause stehen hätten. Zum einen wissen Sie nicht, ob Ihre häusliche Umgebung den Pflanzen guttut, zum anderen sind sie dort am besten aufgehoben, wo sie sich befinden – in ihrer natürlichen Umgebung.
  • Verzichten Sie auf jede Art offenen Feuers.

Für La Réunion wie auch für alle anderen traumhaften Plätze auf der Welt gilt gleichermaßen: Die besten Touristen sind die, die man nicht bemerkt, die quasi unsichtbar bleiben. Auch und besonders, nachdem sie wieder abgereist sind.


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