Ein Gastbeitrag von Miriam Betancourt – www.kraeuterpracht.de

Alles hat mit splitternden Fingernägeln begonnen. Und nichts schien dagegen zu helfen. Egal, ob ich von außen ein stärkendes Serum oder schützenden Nagellack auftrug, das Ergebnis blieb das Gleiche. Auch der Verzicht auf Nagellack bewirkte keine Veränderung. Den entscheidenden Hinweis lieferte der Kaffee. Mir fiel nämlich auf, wenn ich mehrere Tassen von dem heiß geliebten schwarzen Gebräu trank, splitterten die Nägel noch mehr. Wenn ich es schaffte, gar keinen Kaffee zu trinken, verbesserten sich die Nägel. In dem Moment kam der Aha-Effekt. Ich musste das Problem von innen angehen. Das ist der Weg der Schönheitspflege – egal ob Haut, Haare oder Nägel. Die chinesische Medizin und das indische Ayurveda-Heilsystem wissen das schon lange, auch unsere heimische Naturheilkunde kennt solche Ansätze. Damit war die Idee von Kräuterpracht geboren.

Schönheit kommt von Innen



Auf dem Blog schreibe ich, wie Kräuter und Lebensmittel für die innere Schönheitspflege einzusetzen sind. Gelegentlich gehe ich auch auf die äußere Anwendung ein. Der Fokus liegt aber klar auf den Einsatz in Form von Tee oder im Essen. Hilfreich bei dieser Aufgabe ist mein beruflicher Hintergrund. Ich bin ausgebildete Journalistin und arbeite beim Kölner Stadt-Anzeiger. In der Vergangenheit war ich nicht nur beim Fernsehen und einer Nachrichtenagentur tätig, sondern habe eine Zeitlang beim Pacific College of Oriental Medicine in New York City chinesische Medizin studiert und freiberuflich beim Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen gewirkt. Zudem lebe ich seit mehr als 20 Jahren nach der chinesischen Ernährungslehre. Dieses Wissen galt es nach dem Kaffee-Erlebnis um die Schönheitspflege zu ergänzen. Und so stürzte ich mich in die Recherche. Seitdem ist meine Küche noch mehr ein Ort des Probierens und es stapeln sich noch mehr Bücher über Kräuter auf meinem Tisch.

Mein Garten sieht etwas verwildert aus. Aber genau das macht ihn zu einem wahren Schatz, denn hier wachsen Kräuter, die ich nutzen kann. Unkraut hat für mich inzwischen einen völlig anderen Stellenwert. Und nun komme ich zurück auf die splitternden Fingernägel. Dazu mache ich einen kleinen Ausflug in die chinesische Medizin. Kaffee leitet mit seinem sehr bitteren Geschmack nach der Vorstellung dieses Heilsystems Feuchtigkeit aus. Dabei werden aber auch andere Substanzen und Mineralien ausgespült. Wenn es aus irgendeinem Grund einen Mangel von diesen Stoffen im Körper gibt, verstärkt der Kaffee dieses Defizit. Das war bei mir der Fall. Die Lösung war: Schweren Herzens endlich den Finger vom Kaffee zu lassen und den Mangel aufzufüllen. Kräuter haben dabei eine besonders gute Wirkung. Sie können nämlich nicht nur die reine Substanz in den Körper bringen, sondern auch den Organen helfen, diese zu verarbeiten. Denn was hilft es mir, wenn ich etwas zufüge, was der Organismus gar nicht verwertet? Gar nichts! Darum setze ich auf Kräuter.

Pflanzliche Vitalstoffe

In meinem Fall half der Ackerschachtelhalm – auch Zinnkraut genannt -, um meine Nägel zu festigen. Er wächst auch in meinem Garten. Ist er einmal da, lässt er sich nicht mehr vertreiben. Darum gilt er oft als Unkraut. Ackerschachtelhalm besteht zu etwa zehn Prozent aus mineralischen Bestandteilen, insbesondere Kieselsäure und Kalium. Der amerikanische Heilpflanzenkundige Matthew Woods spricht in seinem Buch „Weisheit der Pflanzen“ beim Ackerschachtelhalm von pflanzlicher Kieselsäure. Fehlt diese, werden die Haare dünn und verlieren an Vitalität; es entsteht Spliss. Die Nägel werden schwach und brüchig. Da kann kein noch so teures Shampoo oder Serum etwas ausrichten. Das Problem liegt innen, darum liegt auch nur dort die Lösung.

Geerntet werden die jungen Frühjahrs- und Sommertriebe des Ackerschachtelhalms in der Regel von Mai bis August. Wichtig ist es – wie immer wenn man Wildpflanzen sammelt – giftige Verwandte auszuschließen. Deshalb Hände weg vom Sumpfschachtelhalm. Bei ihm ist das erste Glied des Seitenastes deutlich kürzer als die zugehörige Blattscheide. Außerdem wächst er eher an feuchten Stellen. Die Zähne der Sprossscheiden in der Mitte sind eher dunkel. Wer sicher gehen will, kauft das Kraut in der Apotheke, Reformhaus oder im Kräuterhandel. Wird der Ackerschachtelhalm gekaut, schmeckt er im Grunde nach nichts, knirscht aufgrund der Kieselsäure aber zwischen den Zähnen. Ich bereite ihn als Tee auf.

Der Ackerschachtelhalm und viele andere Kräuter können uns auf unserem Lebensweg helfen, fit und vital zu bleiben. Ewige Jugend versprechen auch sie nicht. Aber sie können uns unterstützen, in jedem Alter möglichst gut auszusehen. Davon schreibe ich auf meinem Blog www.kraeuterpracht.de. Splitternde Fingernägel werde ich wohl nicht mehr haben.

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