(Rasmarinus)

Gattung der Familie Lippenblümler, mit 2-lippigem Kelche, dessen Oberlippe klein, 3-zähnig und die Unterlippe 2-spaltig, 2-lippiger Blume, deren Oberlippe aufrecht und zweispaltig, die Unterlippe 3-lappig und der Mittellappen am größten und vertieft ist.

Gemeiner Rosmarin

(R. officinalis)

Ist ein immergrüner, 1 – 2 Meter hoher Strauch, mit 4-kantigen, greis grau filzigen, jüngeren Zweigen. Die ungestielten, lederigen Blätter sind linealisch, stumpf, an den Rändern zurückgerollt, oberseits dunkelgrün glänzend, mit vertieftem Mittelnerv, unterseits weiß filzig und netzaderig. Die Blüten bilden winkelständige, kurze, lockere, 3 – 9-blütige, beblätterte Trauben. Der trichterig glockige Kelch ist oben zusammengedrückt und nebst den Blütenstielchen greis grau filzig und mit harzähnlichen Drüschen besetzt, wird aber schließlich kahl und bauchig. Die Blumen sind blass blau oder weißlich. Wächst an sonnigen Stellen, auf Felsen und altem Gemäuer in den an das mittelländische Meer stoßenden Ländern bis zum südlichen Teile Deutschlands und der Schweiz, und wird bei uns häufig in Töpfen gezogen. Er blüht vom März bis Mai.

Die trockenen Blätter sind als Rosmarinkraut gebräuchlich. Dieselben besitzen einen stark gewürzhaften, kampferartigen Geruch, einen gleichen, dabei etwas bitterlichen Geschmack und enthalten als charakteristischen Bestandteil ätherisches Öl.




Anwendung

Die Blätter wirken flüchtig erregend und krampfstillend auf das Nervensystem und die Unterleibsorgane, werden aber nur äußerlich in Verbindung mit anderen, gewürzhaften Substanzen zu Umschlägen angewendet. Ebenso werden das Rosmarinöl und der Rosmaringeist als äußerliche Mittel angewendet. Ersteres ist farblos oder grünlich gelb, leicht flüssig, von starkem, kampferartigem Geruch, und bitter wohlriechendem Geschmack. Sein spez. Gewicht ist 0,88 – 0,9 und Jod löst sich in ihm ohne Explosion und unter Aufstoßen gelblicher Dämpfe auf. Dasselbe findet neben dem äußerlichen Gebrauch auch in Parfümerien Verwendung. Tiefes, sowie die pulverisierten Blätter, bilden ferner Bestandteile der zusammengesetzten Rosmarinsalbe, des aromatischen Essigs, der aromatischen Species und des kölnischen Wassers. Man sei in der Abgabe von Rosmarinöl vorsichtig, da es schon verbrecherischer weise zur Abtreibung der Leibesfrucht angewendet wurde und schon in Dosen von 20 – 30 g tödlich wirkt. Die Blüten oder blühenden Ästchen, von welchen nur die Kelche Geruch besitzen, die Blumen aber geruchlos sind, werden nur noch in Deutschland, wie die Blätter, zu aromatischen Umschlägen verwendet.

In der Tierheilkunde macht man vom Rosmarin innerlich sehr wenig Gebrauch. Da wo er jedoch wohlfeil und als Hausmittel zu haben ist, kann die innerliche und äußerliche Anwendung ganz so und in denselben Gaben geschehen, wie bei den Kamillen und Lavendelblumen. Das Rosmarinöl besitzt dieselben Wirkungen, wie das Lavendelöl, und kann so wie dieses benützt werden. Der Rosmaringeist ist indessen entbehrlich.

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