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Nachtschatten

Bittersüßer Nachtschatten

Nachtschatten
(Solanum)

Gattung der Familie Nachtschattengewächse, mit 5 – 10-spaltigem Kelche, radförmiger Blume, meist gespaltetem, 5 – 10-spaltigem Saum, und saftiger, 2 selten 4-fächeriger und vielsamiger Beere.

Bittersüßer Nachtschatten

(S. dulcamara)

Bittersüß, Wasserranken, Alfranken, Hirschkraut, Mäuseholz, hat einen unter der Erde kriechenden, stark bezaserten Wurzelstock, der ½ – 1 Meter und höhere, nebst den älteren Ästen holzige, gelblich graue Stengel treibt, deren jüngere Äste krautig, grün und kantig sind. Die Blätter sind meist oberseits, seltener beiderseits, nur zerstreut flaumhaarig, seltener rauhaarig, oder nebst dem Stengel filzig. Die 18 – 24 mm breiten Blumen sind violett, seltener weiß, und sind am Grunde eines jeden Zipfels mit zwei grünen, weiß eingefassten Flecken gezeichnet, und ihre Beeren sind hochrot. Wächst in feuchten Gebüschen am Ufer der Bäche und Flüsse, seltener auf trockenem, felsigem Boden, und auf Mauern, im größten Teil von Europa.
Die getrockneten, 1 – 2 Jahre alten Äste sind die gebräuchlichen Bittersüßstengel, die im Anfang des Frühlings oder im Spätherbste, nach dem Abfallen der Blätter, gesammelt werden. Dieselben sind im trockenen Zustande undeutlich kantig, federspuldick, oder etwas dicker, runzlig, gelblich graubraun, mehr oder weniger glänzend, und mit wechselständigen Blattnarben besetzt. Sie sind entweder innen mit einem lockeren Marke erfüllt, oder rein röhrig, in welchem Falle sie nur aus einem dünnen Rinden- und Holzringe bestehen, beinahe geruchlos, von einem zuerst bitterlichen, dann süßlichen, etwas reizenden Geschmack und enthalten als wirksame Bestandteile einen bittersüßen Auszugstoff Dulkamarin und das Solanin.



Anwendung

Die Bittersüßstengel wirken erregend auf die äußere Haut, wie auf die wässerigen- und Schleimhäute, dadurch die Absonderung in denselben und den Stoffwechsel befördernd, und zugleich ganz schwach betäubend. Es werden daher die Abkochung, der Aufguss und der Auszug bei Flechten, bei langwierigen, gichtisch rheumatischen Leiden, bei veralteten Katarrhen, Brustverschleimung, Darmkanalverschleimung, syphilitischen Übeln u.s.w. angewendet.

In der Homöopathie gehört die aus dem Safte der beblätterten, frischen Zweige, vor der Blütezeit bereitete Tinktur unter die Mittel gegen Krätze, wird gegen Flechten und Milchschorf, außerdem aber auch noch gegen, viele andere Krankheiten, Rheumatismen, epidemische und rheumatische Fieber, manche rasche Erkältungskrankheiten, entzündliche Halsleiden, Asthma, Lungenschwindsucht, Durchfälle, Ruhr, Leiden der Harnorgane, Wassersucht, Lähmungen, Knochenaustreibung, Nesselausschlag, Warzen u.s.w. als wirksam geschildert.

Schwarzer Nachtschatten, Saukraut, Alpkraut

(S. nigrum)

Hat eine schlanke zaserige Wurzel, einen 30 – 60 cm hohen Stengel mit schwächer oder stärker vorspringenden, glatten oder weichstacheligen Kanten und ist sonst, wie die Blätter, fast kahl oder flaumhaarig bis zottig. Die kleinen, 9 – 15 mm im Durchmesser haltenden Blumen sind weiß, seltener violett überlaufen. Die erbsengroßen Beeren sind glänzend schwarz, zuweilen auch grünlich, weißlich gelb oder wenig rot. Wächst auf unbebautem Lande, an Wegen, auf Schutt im größten Teile Europas, und blüht vom Juli bis in den Herbst. Die frischen Blätter der blühenden Pflanze, welche einen unangenehmen betäubenden, zumal beim Welken stark hervortretenden, und dann zugleich Moschus artigen Geruch, einen widerlichen, salzig bitterlichen Geschmack besitzen, enthalten als wichtigsten Bestandteil das Solanin, das in der Gabe von 4 cg ein sehr wirksames Brechmittel ist.

Anwendung

Die Blätter, welche eine narkotisch giftige Wirkung äußern, standen früher äußerlich als schmerzlinderndes, erweichendes und zerteilendes Mittel bei Hautkrankheiten, Geschwulsten etc. in Ansehen, werden aber heutzutage nur noch hier und da angewendet. Man sei überhaupt in Anwendung des Mittels sehr vorsichtig.
In der Homöopathie ist dagegen die aus dein Safte der blühenden Pflanze bereitete Tinktur als wirksames Mittel bei Kriebelkrankheit und Wassersucht angewendet worden.

Zitzenfrüchtiger Nachtschatten

(S. mammosum)

Hat einen krautigen, 1 – 1 ¼ Meter hohen, wenig astigen, nebst den Blättern sehr zottigen und mit starken gelblichen Stacheln besetzten Stengel, schwach herzförmige, stumpfliche, ungleich gelappte Blätter, deren Lappen eckig sind, zottige, vom Grunde an 2teilige Blütenstiele, von welchen der eine Ast einblütig, der andere trugdoldig rispig ist. Der stachellose Kelch ist meist weißzottig, die kleine Blume blassblau, und die große zitzenförmige Beere gelb. Wächst auf den Antillen und in den südlichsten Staaten von Nordamerika.



Anwendung

Die bittere Wurzel dieser Pflanze wird als Purgiermittel in kleinen Gaben verordnet, während die Blätter bei Verschleimung der Atmungsorgane sehr wirksam sein sollen.
In der Homöopathie werden die sehr giftigen Beeren bei Kriebelkrankheit, dann zur schnellen Heilung einer Art Wasserpocken angepriesen.

Knolliger Nachtschatten

(S. tuberosum)

Kartoffel, Erdapfel, Grundbirne hat einen Wurzelstock, der knollentragende Ausläufer und einen krautigen, undeutlich kantigen, astigen, von kurzen anliegenden Härchen etwas rauen Stengel treibt, der unpaarig gefiederte Blätter hat, mit 3 – 4 größeren, ovalen oder eirundlichen, in eine stumpfe Spitze verschmälerten, am Grunde ungleich herzförmigen, meist ganzrandigen und dazwischen stehenden, weit kleineren Blättchen, die im übrigen runzlig, in der Jugend oberseits flaumig, unterseits ebenso bis zottig sind und später kahler werden. Die Blüten bilden lang gestielte, gipfel- und seitenständige Trugdolden mit gegen die Mitte gegliederten Blütenstielen. Die weißen, blass violetten oder rötlichen, 5-eckigen Blumen haben breite, dreieckige und spitze Zipfel, worauf gelbgrüne, kugelige Beeren von der Größe einer Kirsche folgen. Stammt aus Peru und Chile, und wird jetzt in allen Weltteilen in einer Menge von Spielarten angebaut.

Anwendung

In der Heilkunde haben die Knollen – Kartoffeln, Erdäpfel, Grundbirnen deshalb Bedeutung, weil aus ihnen ein Branntwein bereitet wird, der nach mehrfacher Destillation gerade so verwendet werden kann, wie der aus den Weintrauben oder dein Getreide hergestellte. Ferner bereitet man aus den Kartoffeln das Kartoffelstärkemehl, welches zur Herstellung des deutschen oder Kartoffelsagos dient, der wegen seines wohlfeilen Preises in vielen Gegenden Deutschlands
statt des ausländischen Sagos verwendet wird, zumal er demselben m seinen Eigenschaften ziemlich gleich kommt.
Das Extrakt der betäubenden, Solanin enthaltenden, in ihrer Wirkung dem Bilsenkraut ähnelnden Blätter und Stengel wurde gegen Husten und Krämpfe empfohlen. Der Gebrauch der Kartoffel in der Hauswirtschaft ist bekannt.

Bildnachweis: By H. Zell (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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