Alpenrose, Alpbalsam

(Rhododendron)

Gattung der Familie, Heidegewächse mit trichteriger, radförmiger Blume, deren 5teiliger Saum offen ist und einen 5teiligen Kelch hat. Auf jene folgt eine 5fächerige Kapsel.

Naturschutz

Abhängig von der Region sind manche Arten der Pflanze geschützt. Beim Sammeln sollte man sich daher bitte vorab informieren. Besser ist es jedoch das Kraut über eine Apotheke oder Drogerie zu besorgen. Züchten lässt sie sich leider nur schlecht. Heutzutage findet die Droge noch ihren Einsatz in der Kosmetik, wo ihr eine sehr gute Wirkung im Kampf gegen die Cellulite nachgesagt wird.




Die gelbe Alpenrose

(Rh. Chrysantum officinale)

Gelbe Alprose, sibirische Schneerose, gelber Alpbalsam, ist ein kleiner, vielästiger immergrüner Strauch mit kurzgestielten, oberseits gesättigt grünen, unterseits gelblich grünen oder rußbräunlichen Blättern und goldgelben, glockig, grad förmigen Blumen. Der Strauch blüht im Juni und Juli und findet sich auf den höheren Gebirgen Sibiriens, Davuriens und Kamtschatkas.

Die mit den federkieldicken Zweigen gesammelten sibirischen Schneerosenblätter besitzen einen ziemlich starken, an die Rhabarberwurzel erinnernden Geruch, einen zusammenziehenden, unangenehm bitterlichen Geschmack und enthalten hauptsächlich einen eisengrünenden Gerbstoff und einen bitteren Extraktivstoff, sowie ein ätherisches Öl, das, ohne jedoch Blausäure zu enthalten, einen starken Geruch nach bitteren Mandeln besitzt.

Anwendung

Die aus den trockenen Blättern bereitete Tinktur wird in der Homöopathie gegen Merkurialrheumatismus, Merkurialgicht, rasch und langsam verlaufende Rheumatismen, Gelenkgicht, Gelenksteifigkeit und Gichtanfälle mit oft geradezu überraschendem Erfolge angewendet, und bei Krankheiten der Schleimhäute, Schwindel, Eingenommenheit des Kopfes, Ohrenzwang, verschiedenartigen Kopfschmerzen, Milzstechen, Neigung zu Durchfall, ,Harndrängen, Harnbrennen, fließendem und stockendem Schnupfen, katarrhalischen Zuständen der Schleimhaut des Kehlkopfes und der Luftröhre, Brustbeengung, rheumatischen Schmerzen in der Brust und in den weichen Teilen des Brustkorbes, Rücken- und Kreuzschmerzen verschiedener Art, rheumatischen und gichtischen Schmerzen in den oberen und unteren Gliedern, nach Beseitigung der Entzündung durch andere Arzneien, Lähmungen der oberen und unteren Gliedmaßen, gebraucht. Man gibt 1 bis 2 Tropfen der reinen Tinktur oder der 1., 2. und 3 .Verdünnung, je nach Bedürfnis 1-2 mal des Tages wiederholt.

Die rostfarbige Alpenrose

(Rh. ferrugineum)

Schneerose, Alpen röschen, Bergrslein, Dornrose, rostfarbener Alpbalsam, Almenrausch ist ein immergrüner, von seinem Grunde an sehr ästiger, buschiger Strauch, mit kurzgestielten, starren, oberseits dunkelgrauen Blättern, und nickenden, karminroten, selten weißen Blütchen. Der auf den Alpen wachsende, 5-25cm hoch werdende Strauch blüht im Juli und August.




Die rauhhaarige Alpenrose

(Rh. Hirsutum)

Zottige Schneerose, zottiger Alpbalsam, mit elliptisch stumpfen, am Rande ebenen, fein gekerbten Blättern, die entfernt steifhaarig gewimpert, kahl oberseits glänzend und unterseits harzig punktiert sind, ferner mit kurzen fast doldenförmige Trauben bildenden, trichterförmig-glockigen Blüten, deren länglich lanzettliche Kelchzipfel langgewimpert sind. Derselbe blüht im Juli und August und findet sich auf den Alpen Mittel-Europas. Die beblätterten Triebe der vorigen Art, welche meistens mit den beblätterten Trieben dieser Art vermischt sind, kommen im Handel als rostfarbige Alpenrosenblätter vor.

Anwendung

Dieselben werden, da sie eine ähnliche Wirkung wie die Blätter der gelben Alpenrose haben sollen, ebenfalls gegen gichtische und rheumatische Leiden empfohlen. Auch halten die Alpenbewohner der Schweiz eine Abkochung der Blätter der rostfarbigen Alpenrose für ein sehr wirksames Mittel gegen Steinbeschwerden. Dies bei den Savoyarden geschätzte „Olio di marmotta,“ welches hauptsächlich bei Gliederschmerzen und zur Heilung von Geschwüren mit großem Erfolg angewendet wird, ist ein Ausguss von Öl über die Knospen der rostfarbigen Alpenrose.

Bildnachweis: By MurielBendel (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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