Lavendel

(Lavandula)

+++ Lavendel ist die Duftpflanze des Jahres 2016 +++


Lavendel – Steckbrief

Vorkommen: Der Lavendel mag es trocken, weshalb er an Bergen und Hängen in Mittelmeerregionen beheimatet ist. Wenn die Trockenheit gewährt ist, wächst er allerdings auch in unseren Breiten sehr gut.

Wirkung: Lavendelblüten wirken gut bei innerer Unruhe, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen, Migräne, auch bei nervösen Magen-Darm- und Gallenbeschwerden.

Verwendete Pflanzenteile: Blüten

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Gerbstoff, Glykosid, Saponin

Sammelzeit: Juli

Tipp: Herbaria Lavendelblüten





Gattung der Familie Lippenblümler, mit röhrigem, ungleichen, nach dem Verblühen durch die zusammenneigenden Zähne geschlossenen Kelche, trichterig tellerförmiger Blume, mit langer, fast walziger Röhre, deren Lippen meist flach, die obere 2spaltig, die untere 3-spaltig und mit gleichen Zipfeln versehen ist.

Schmalblättriger Lavendel

(L. augustifola)

Echter Lavendel, französischer Lavendel, gemeiner Lavendel, Gartenlavendel ist ein 30-60 cm hoher Halbstrauch, dessen blühende Äste rutenförmig, entfernt beblättert und oben nackt sind. Die walzigen, 10-furchigen, zottig filzigen Kelche sind oberwärts meist amethyst blau, und wegen der sehr kurzen Zähne erscheinen sie fast gerade abgestutzt, wobei nur der oberste Zahn in ein breit eirundes, oder rundliches, violettes Anhängsel vorgezogen ist. Die violett-blauen Blumen haben eine Röhre, die fast doppelt so lang, als der Kelch ist, sich allmählich gegen den fast trichterigen Saum erweitert und zart filzig ist, dabei ist deren Oberlippe breit, verkehrt herzförmig, flach und aufrecht, während die kürzere Unterlippe aus drei eirunden, abgerundeten Lappen besteht. Wächst auf trockenen, sonnigen Hügeln und Bergen im südlichen Europa, wird bei uns in Gärten gezogen und blüht im Juli und August. Die Blüten – Lavendelblumen oder Spieke – dienen zum Arzneigebrauch. Dieselben sollen in der ersten Woche der Blütezeit gesammelt werden und bestehen größtenteils aus den Kelchen, mit den meist ausgefallenen, verschrumpften, geruchlosen Blumen und sind mit Bruchstücken von Ästen und Blättern, untermengt. Sie besitzen einen starken, sehr angenehmen, eigentümlichen Geruch, einen gewürzhaften, etwas kampfer-artigen Geschmack und enthalten als wirksamen Bestandteil ätherisches Öl.

Anwendung

Die Lavendelblumen kommen als flüchtig-erregendes, belebendes Mittel, nur äußerlich zu Bähungen, Umschlägen und Bädern, gegen Verrenkungen, Quetschungen, Blutunterlaufungen und Verletzungen von Sehnen und zwar meist in Verbindung mit anderen Mitteln, wie z. B. Wermut, Rosmarin, Wohlverlei, Kamillen, Salbei u. vergl. in Anwendung, indem sie einen Bestandteil mehrerer Species bilden.

Zu den Zubereitungen gehört der Lavendelgeist und das Lavendelöl. Letzteres wird im großen aus den eingesalzenen Blüten in Südfrankreich bereitet. Dasselbe ist fast farblos, höchstens zeigt es einen leichten Stich ins gelbliche und grünliche, und hat einen reinen Lavendelgeruch.
Es wird mir in der Parfümeriefabrikation verwendet, wie z. B. bei Herstellung des kölnischen Wassers.

In der Tierheilkunde wird der Lavendel innerlich sehr wenig angewendet, er ist aber, wie jedes andere ätherisch-ölige Mittel zu benutzen, demungeachtet kommt er sehr wenig in Anwendung.
Man gibt ihn großen Haustieren in 30 – 60 g, für Schafe und Schweine in 15 – 30 g und für Hunde in 2 – 8 g Form und Verbindung ist wie bei den Kamillenblumen zu wählen. Am gewöhnlichsten wird der Lavendel äußerlich, in solchen Fällen benützt, wo erregende Zerteilungsmittel angezeigt sind.

Die Anwendung kann in Kräuterkissen, in Breiumschlägen oder im Aufguss, und mit Zusatz von Kamillen, Quendel, Weingeist etc. geschehen.

Das Lavendelöl wird von den französischen Tierärzten häufig gegen Schwäche und langwierige Leiden, gegen verhärtete Geschwülste und bei Rheumatismen, zu äußerlichen Einreibungen, bald für sich allein, bald in Verbindung mit Baumöl, mit Weingeist, Salmiakgeist, Terpentinöl, je nachdem man einen größeren oder geringeren Grad von Reiz hervorbringen will, angewendet.
Es ist jedoch fast überall durch das Terpentinöl zu ersetzen, und nur da zu empfehlen, wo die Eigentümer einen besonderen Wert auf die kranken Tiere legen, oder wenn die kranken Tiere im Zimmer gehalten werden, wie Stubenhunde und Katzen.

Bildnachweis: By Sten Porse (Self-published work by Sten Porse) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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