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Ignatie

Ignatiusbohnen

Ignatie

(Ignatia)

Gattung der Familie Loganiaceen mit freiem, 5-spaltigem Kelche, trichteriger Blume mit sehr langer südlicher Röhre und 5-teiligem Saum. Auf diese folgt eine hartschalige, 1-fächerige, mehrsamige Beere, deren Samen unregelmäßig kantig sind.



Bittere Ignatie

(I. amara)

Ignatiusbaum ist ein baumartiger, sehr astiger, kahler Schlingstrauch, dessen gegenständige, gestielte, eirunde, spitze und geäderte Blätter 12 – 18 cm lang sind. Die winkelständigen, 3 – 5 blütigen Trugdolden haben kurzgestielte, überhängende, einen angenehmen Jasmingeruch besitzende weiße Blüten mit länglich-stumpfen Saumzipfeln, eine spannenlange Röhre, mit kurzem, glockigem und eirunden Zipfeln versehenen Kelche. Die große birnenförmige, weißliche Beere enthält unter ihrer fast holzigen Schale zahlreiche, in einen spärlichen, bitter schmeckenden Brei gehüllte Samen. Wächst auf den Philippinischen Inseln. Dieser Strauch liefert die Ignatiusbohnen (Fabae St. lgnatii), welche unregelmäßige 3-kantige, seltener 4-kantige, dabei mehr oder weniger zusammengedrückte Samen sind. Von der flachen Seite gesehen, sind dieselben eirund, 1 ½ – 2 ½ cm lang, am breiteren und meist dickeren Ende eingedrückt genabelt, am entgegen gesetzten Ende stumpf oder zu gerundet, an den Kanten stumpf, auf einer Seite stärker gewölbt, auf den übrigen flacher. Die Samen sind schließlich bräunlich grau mit einem sehr feinen, weißlichen, reifartigen Filze belegt, zuweilen aber auch stellenweise mit eiem graugelben angedrückten Überzug versehen. Der sehr harte, hornartige Kern ist schmutzig gelblich weiß, hellgrau oder auch dunkler von Farbe, dabei geruchlos und von einem außerordentlich bitteren und ekelhaften Geschmack. Sie enthalten dieselben Bestandteile wie die Krähenaugen, sind aber reicher an Strychnin.



Anwendung

Obwohl die im 17. Jahrhundert aus ihrem Vaterland von den Jesuiten nach Europa gebrachten Ignatiusbohnen, auch Fiebernüsse genannt, gegen Wechselfieber und krampfhafte Leiden gerühmt wurden, und in neuerer Zeit die in Öl gebratenen Samen als äußerliches Mittel gegen Schanker und die Tinktur gegen übermäßiges Erbrechen, zumal bei der Cholera, empfohlen worden, so werden sie doch von der Allopathie kaum angewendet, jedenfalls ist immer Vorsicht zu beobachten.

In der Homöopathie ist dagegen die Tinktur ein geschätztes Heilmittel, und wird gegen mancherlei Leiden gebraucht, nicht nur gegen Krämpfe verschiedener Art und gegen vom Magen ausgehende Wallen- und Wechselfieber, sondern auch bei Schwermut, Mutterbeschwerden, Lichtscheu, Halsentzündung, Menstruationsbeschwerden, Wundsein der Kinder, Schnupfen, Rheumatismen. In der Tierheilkunde kommt die Ignatiusbohne der Brechnuss in der Wirkung gleich, und kann auch in derselben Gabe und Form wie diese verabreicht werden.

Bildnachweis: By H. Zell (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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