Raute

(Ruta)

Gattung der Familie Rautengewächse mit 4-, seltener 3- oder 5-teiligem, bleibendem Kelche, ebenso vielen benagelten und vertieften Blumenblättern als Kelchzipfel, 8 unter der, den Fruchtboden tragenden, Scheibe stehenden Staubgefäße, 3 – 5furchigen, oben 3 – 5-lappigen, auf einer ringförmigen, mit 6 – 10 Honiggrübchen versehenen Scheibe sitzenden Fruchtknoten 3 – 5-lappigen, vielsamigen Kapsel, die in der inneren Naht der Lappen aufspringt.

Starkriechende Raute

(R. graveolens)

Gemeine Raute, Gartenraute, Weinraute, Kreuzraute, ist eine krautige, oder halbstrauchige, kahle, immergrüne Pflanze, mit 20 – 60 cm hohen, aufrechten, starren, stielrunden, wenig astigen Stengeln, deren dickliche, etwas fleischige Blätter, wie alle krautigen Teile, mit zahlreichen, eingesenkten Öldrüschen versehen sind. Von den locker trugdoldigen Blüten sind nur die zuerst entwickelten, den Gipfel des Stengels schließenden, 5-gliederig, alle übrigen dagegen 4-gliederig, die Blumen selbst aber sind gelb.

Wächst auf sonnigen, steinigen Hügeln im südlichen und stellenweise im mittleren Europa. Wird bei uns in Gärten gezogen und blüht vom Juni bis August.

Die Blätter sind als Rautenkraut gebräuchlich. Dieselben besitzen im frischen Zustande einen sehr starken, eigentümlichen balsamischen, unangenehmen, den Kopf einnehmenden Geruch und einen bitteren, beißend gewürzhaften Geschmack. Beide, Geruch und Geschmack, verlieren jedoch durch das Trocknen an Schärfe. Sie enthalten ätherisches Öl und bitteren Auszugsstoff.



Anwendung

Ein kräftiges Reizmittel, welches sich bei Magenleiden, hysterischen oder verdrießlichen Zuständen, unterdrückter Reinigung der Frauen u.s.w. wirksam zeigt. Ebenso wird es äußerlich gegen erschlaffte Geschwülste, faulige Geschwüre, Brand und Lähmungen verordnet. Der wässerige und weinige Aufguss, seltener der frische Saft, dienen innerlich, wie äußerlich zu Bähungen, Umschlägen und Bädern, zu welchen man auch einen Aufguss in Essig anwendet. Das ätherische Öl wird gleichfalls verordnet.

Das abgetröpfelte Rautenwasser und der Rautenessig, welche beide aus dem frischen Kraute hergestellt werden, wendet man seltener an.
In der Homöopathie wird der frisch, aus dem ganzen Kraute gepresste, und mit gleichen Teilen Weingeist vermischte Saft gegen Gesichtsschwäche, gegen Kupferausschlag des Gesichts, sowie gegen rheumatische Lähmungen des Fuß- und Handwurzelgelenks, ferner bei beginnendem Star, Magenschmerzen, hartem Stuhl, schleimigem Durchfall, Harndrang, bei unwillkürlichem Harnabgang bei Tag und Nacht, Nierengries, Menstruationsstörungen, weißem Fluß und Schmerzen in den Gelenken angewendet.
In der Tierheilkunde wird die Raute ähnlich wie das Rainfarnkraut benutzt und auch gegen den Biss toller Hunde angeraten, hat jedoch in dieser Hinsicht nichts geleistet.
Die homöopathischen Tierärzte wenden das Mittel mit Nutzen nach Verstauchungen der unteren Fußgelenke, namentlich bei der Fessel- und Hüftengelenklähme der Pferde an.

Bildnachweis: Hugo.arg at the Guaraní language Wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], from Wikimedia Commons



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