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Weide, Weidenrinde

12.02.2016 um 01:02
Silber-Weide

Weide, Weidenrinde

(Salix)

Gattung der Familie Kätzchenblütler, mit 2 häusigen Blüten und ganzen Deckschuppen der Kätzchen.

Neuere Erkenntnisse zur Weidenrinde als Heilpflanze

Die Weidenrinde enthält Substanzen, die dem Arzneistoff Acetylsaliclysäure ähnlich sind. Die Heilpflanze wird unter anderem bei Rückenschmerzen und Arthrose eingesetzt.

Bereits in der Antike wurde die Weidenrinde als Mittel gegen Fieber und Schmerzen eingesetzt.
 1828 wurde dann das Salicin aus der Rinde der Weide isoliert. Ein paar Jahre später stellten Chemiker aus Salicin die Salicylsäure her. Der Apotheker Felix Hoffmann experimentierte mit der Salicylsäure und entwickelte 1897 daraus schließlich den Arzneistoff Acetylsalicylsäure – im Alltag bekannt als das Schmerzmittel ASS.

Salicylsäure wirkt fiebersenkend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Diese Wirkungen sind allerdings sanfter und treten erst nach längerer Einnahme ein, also bei ASS.

Bruchweide

(S. fragilis)

Glasweide, Knackweide ist ein 8 – 15 Meter hoher Baum und grünlich-grauer, netzig-rissiger Rinde und wechselständigen Blättern, die oft etwas ungleich hälftig, am Grunde stumpf oder zugerundet sind, wobei die untersten meist in’s verkehrt eirunde gehen, ihre Sägezähne sind drüsig oder fast knorpelig und ihre Blattstiele, die am Grunde an die grünlich, braunen, ledergelben oder rotbraunen, meist sehr brüchigen jüngeren Äste geheftet sind, tragen am anderen Ende 1 – 2 Drüsen. Die gesägten Nebenblätter sind wie bei den übrigen Arten nur bei den jüngsten Trieben vorhanden, die zugleich mit den Blättern sich entwickelnden Kätzchen sind schlank, die Deckschuppen gelblich-grün und nebst der Spindel seidenhaarig-zottig.

Wächst an Ufern und sumpfigen Orten im mittleren und nördlichen Europa.



Fünfmännige Weide

(S. pentandria)

Lorbeerweide, ist ein 2 – 3 Meter hoher Strauch oder auch ein 10 – 15 Meter hoher Baum mit grauer, aufgerissener Rinde und grünlich – ledergelben oder rotbraunen firnissglänzenden Ästchen.

Die wechselständigen Blätter sind oberseits lebhaft-grün und stark glänzend und unterseits bleicher, die untersten derselben verkehrt-eirund oder eirund und stumpf und die Sägezähne drüsig. Die ziemlich gleichzeitig mit den Blättern erscheinenden Kätzchen sind sehr gedrungen, ihre Deckschuppen gelblich-grün und samt der Spindel seidenhaarig-zottig.

Wächst in den Tälern der Voralpen und höheren Gebirge des mittleren, wie auf den Gebirgen und Ebenen des nördlichen Europa und blüht im Mai und Juni.

Weiße Weide

(S. alba)

Silberweide ist ein 20 Meter hoch werdender Baum mit grauer rissiger Rinde und zähen biegsamen Zweigen, wechselständigen Blättern, deren Sägezähne drüsig und deren Blattstiele oberwärts meist 2 drüsig sind. Die mit den Blättern sich entfaltenden Kätzchen sind schlank, die Deckschuppen weißlich-seidenhaarig gewimpert, ziemlich kahl, dagegen die Spindel filzig-zottig.

Wächst an Ufern m n Bächen, Flüssen und stehenden Gewässern.

Purpur-Weide

(S. purpurea)

Ist ein Strauch oder niedriger Baum mit rutenförmig verlängerten oder kurzen, mehr ausrechten oder abstehenden Ästen, von welchen die jüngeren dunkler oder heller purpurrot, dottergelb oder graubraun sind. Die sehr oft gegenständigen Blätter werden vom Grunde aus bis über ihre Mitte allmählich breiter und haben ziemlich geradlinige Ränder. Sie sind nach hinten bis zu einem Drittel oder zur Hälfte ihrer Länge ganzrandig, oberseits sattgrün und unterseits seegrün, die sehr kurzen Stiele derselben sind meist den Zweigen angedrückt. Die vor den Blättern sich entwickelnden Kätzchen sind gedrungen, walzig und oft gegenständig, ihre Deckschuppen am Grunde bleich, an der Spitze schwärzlich und zottig.

Wächst an Ufern und an feuchten Triften der Ebenen und Gebirge bis zu den Voralpen hinauf, hauptsächlich im mittleren Europa und blüht im März und April.

Diese vier Arten liefern die gebräuchliche Weidenrinde. Dieselbe soll im Frühjahre oder im Herbste von 2 – 4 jährigen Zweigen genommen werden und hat nach der Mutterpflanze, und nach dem Alter der Zweige ein verschiedenes Ansehen. Im allgemeinen besteht sie im getrockneten Zustande aus röhrig zusammengerollten, federkiel- bis fingerdicken, mehr oder weniger schwer zerbrechlichen, auf dem Querbruch feinfaserigen Stücken, die als wirksame Bestandteile eisengrünenden Gerbstoff und Weidenbitter enthalten.



Anwendung

Die Weidenrinde besitzt im allgemeinen eine stärkend zusammenziehende Wirkung und wird innerlich — in der wässerigen Abkochung oder im weinigen Aufgüsse, seltener in Pulver — bei leichten Wechselfiebern und vielen anderen auf Erschlaffung und Schwäche der Organe beruhenden Krankheiten, wie Durchfällen, Ruhren, Schleimflüssen, äußerlich in Abkochung zu Umschlägen, Waschungen und Einspritzungen bei bösartigen schlaffen Geschwülsten, bei von Erschlaffung herrührenden Vorfällen, beim Durchliegen, bei Schleim- und Blutflüssen angewendet.

Zum inneren Gebrauche soll sich besonders die mehr balsamische Lorbeerweidenrinde eignen, während als Einreibemittel die Rinde der Purpurweide wegen ihres größeren Gehalts an Weidenbitter wohl den Vorzug verdient.

In der Tierheilkunde kann die Weidenrinde innerlich und äußerlich ganz bei denselben Krankheiten angewendet werden, wo die zusammenziehenden Mittel überhaupt Anwendung finden. Zum inneren Gebrauch zieht man sie i n den meisten Fällen der Fichtenrinde und den übrigen stark zusammenziehenden Mitteln vor, weil sie milder wirkt und von den Verdauungseingeweiden besser ertragen wird als diese, sie passt vornehmlich da, wo man nicht allein stärken, sondern auch die Spannkraft vermehren muss und wo daher die bittern Mittel für sich allein nicht ausreichend oder schon vergeblich angewendet sind, wie z. B. bei Magen ausgehenden Fiebern, kaltem Fieber, Wechselfieber, Faul- und Nervenfiebern, bei Fiebern, die ihren Grund in Verdorbenheit der Säfte haben, und sehr starken Ausleerungen aller Art, äußerlich bei den: kallen Brande, bei Geschwüren mit vorwaltender Erschlaffung, bei Quetschungen, mit starker Ausdehnung und Erschlaffung der Teile.

Bildnachweis: By No machine-readable author provided. Hagen Graebner assumed (based on copyright claims). [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons


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